Notfahrpläne der Bahn gelten Montag auch bei Streikverzicht

Berlin - Die Regional- und Fernzüge der Deutschen Bahn werden an diesem Montag in jedem Fall nur stark eingeschränkt verkehren. Die veröffentlichten Notfahrpläne blieben gültig, auch wenn der von der Lokführergewerkschaft GDL angekündigte Streik noch abgewendet werden sollte, sagte ein Bahnsprecher am Sonntag in Berlin.

Im Fernverkehr soll jeder zweite Zug fahren. Bei den S-Bahnen könne man bei einem Streikverzicht im Laufe des Montags zu einem annähernd normalen Takt zurückkehren. Vertreter von Bahn und GDL wollten sich am Sonntag nochmals zu Verhandlungen treffen, um in dem Tarifkonflikt eine Lösung zu finden, die den angedrohten unbefristeten Streik noch verhindern könnte. Ort und Zeit wurden von beiden Seiten geheim gehalten.

Der Streik soll in der Nacht zu Montag um Mitternacht beginnen. Mit ihm will die GDL die Bahn dazu bringen, den bereits ausgehandelten Lokführer-Tarifvertrag zu unterzeichnen, den beide Seiten Ende Januar ausgehandelt hatten. Er sieht unter anderem eine Einkommenserhöhung von durchschnittlich elf Prozent vor. Die Bahn macht ihre Unterschrift aber von einem zusätzlichen Grundlagenvertrag abhängig, in dem die drei Bahngewerkschaften sich zu einem gemeinsamen Vorgehen bereiterklären. Darin sieht die GDL ihre Unabhängigkeit gefährdet. Die GDL-Konkurrenten Transnet und GDBA beanspruchen inzwischen, selbst über einen Lokführer-Tarifvertrag zu verhandeln.

Bereits am Samstag hatten die Bahn und die GDL vier Stunden lang miteinander geredet. Wie es aus Verhandlungskreisen hieß, gestalteten sich die Gespräche schwierig. Unabhängig von den Gesprächsbemühungen hat die Bahn beim Arbeitsgericht Frankfurt ein Streikverbot beantragt. Darüber wird das Gericht aber erst am Montagvormittag entscheiden.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Besucherrückgang bei IAA
Frankfurt/Main (dpa) - Die Internationale Automobilausstellung in Frankfurt am Main hat in diesem Jahr weniger Besucher angelockt als vor zwei Jahren. Wie der Verband …
Besucherrückgang bei IAA
Uber signalisiert Gesprächsbereitschaft in London
Der Fahrdienst-Vermittler Uber steht in London vor dem Aus. Dagegen regt sich Widerstand, vor allem bei jüngeren Kunden. Das Unternehmen geht unterdessen auf die …
Uber signalisiert Gesprächsbereitschaft in London
Experte: Keine steigenden Preise nach Air-Berlin-Aufteilung
Berlin - Bei der Aufteilung der insolventen Fluglinie Air Berlin sieht ein Reiseexperte derzeit nicht die Gefahr steigender Ticketpreise. "Es sind weder ein Monopol noch …
Experte: Keine steigenden Preise nach Air-Berlin-Aufteilung
US-Banken weitaus profitabler als europäische Konkurrenz
Zehn Jahre nach der Finanzkrise sprudeln an der Wall Street die Gewinne. Europas Banken hinken hinterher. Nach Einschätzung von Experten wird sich daran so schnell auch …
US-Banken weitaus profitabler als europäische Konkurrenz

Kommentare