+
Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar

Stammdaten immer öfter abgefragt

Behörden überprüfen mehr private Konten

Berlin - Sozialbehörden und Finanzämter fragen laut einem Zeitungsbericht bei den Banken immer häufiger die Existenz von Konten privater Personen ab.

Das geht aus aktuellen Zahlen des Bundesdatenschutzbeauftragten Peter Schaar hervor, die der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ vorliegen. Demnach sind die Abfragen 2012 im Vergleich zum Vorjahr um 15,5 Prozent auf rund 72.600 gestiegen. Seit 2008 hat sich die Zahl mehr als verdoppelt. Mit dem 2005 eingeführten automatisierten Verfahren können Stammdaten wie Name, Geburtsdatum oder Adresse der Bankkunden abgefragt werden.

Schaar verlangte, die Abfragen müssten wieder zur Ausnahme werden. „Ich fordere die Bundesregierung auf, den Umgang mit der Kontodatenabfrage einer ergebnisoffenen wissenschaftlichen Überprüfung zu unterziehen“, sagte er der Zeitung. „Auch eine verbesserte Begründungspflicht könnte dazu führen, dass die Zahl der Abfragen eingedämmt wird.“ Abfragen sollten nur noch infrage kommen, wenn konkrete Anhaltspunkte für Steuerhinterziehung, Sozialbetrug oder erhebliche Straftaten vorliegen. „Derzeit erfährt der Betroffene häufig noch nicht einmal von der Abfrage.“

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Erholung im Dax nimmt Tempo auf
Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax hat am Dienstag an seine Vortageserholung angeknüpft. Nach einem zögerlichen Start legte der deutsche Leitindex schrittweise weiter zu und …
Erholung im Dax nimmt Tempo auf
Zinswetten-Prozess: Bewährungsstrafen für Ex-OB und Kämmerin
Es ist der juristische Schlussakt einer Finanzaffäre, die weit über Pforzheim hinausgeht. Mit modernen Methoden wollen Wirtschaftsprofis die Kommune am Nordrand des …
Zinswetten-Prozess: Bewährungsstrafen für Ex-OB und Kämmerin
SPD-Chef Schulz attackiert Siemens
Siemens plant einen massiven Stellenabbau - das hat längst auch die Politik erreicht. Nun legt der SPD-Chef nach. Und bei Siemens tobt weiter ein interner Streit.
SPD-Chef Schulz attackiert Siemens
Airline haftet: Sturz auf Fluggastbrücke
Nasse Stelle mit großer Wirkung: Stürzt ein Passagier deshalb auf einer Fluggastbrücke, kann er auf Schmerzensgeld hoffen.
Airline haftet: Sturz auf Fluggastbrücke

Kommentare