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Auf dem leerstehenden AEG-Gelände in Nürnberg soll ein Forschungszentrum entstehen.

Planänderung in Nürnberg

Forschungszentrum bei AEG statt Quelle

Nürnberg - Seit der Insolvenz von Quelle steht in Nürnberg ein riesiges Gebäude leer. Im Gespräch war der Umbau zu einem Forschungszentrum. Stattdessen wird das AEG-Gelände aufgewertet.

AEG statt Quelle: In der Diskussion um die Nutzung des früheren Quelle-Gebäudes in Nürnberg hat sich der Freistaat am Freitag klar positioniert. Für die geplante Ansiedelung technischer Fakultäten sei das leerstehende Quelle-Areal vollkommen ungeeignet, betonten Bauminister Joachim Herrmann, Wissenschaftsminister Ludwig Spaenle und Finanzminister Markus Söder (alle CSU) in Nürnberg. „Demgegenüber hat sich das ehemalige AEG-Gelände als bestens geeignet erwiesen für die Ansiedelung technologischer Spitzenforschung“, sagte Herrmann.

Der bereits als Forschungscampus genutzte Standort solle deshalb in den kommenden Jahren ausgebaut werden. „Hier macht es wissenschaftlich, baulich und finanziell Sinn“, erklärte Söder. Er wolle damit auch einen Schlussstrich unter die jüngste Debatte um das unmittelbar benachbarte Quelle-Gebäude ziehen. „Das Thema Quelle ist damit erledigt“, sagte Söder. „Die zweite klare Botschaft ist: AEG wird weiterentwickelt.“ Um dieses Bekenntnis zu untermauern, werde der Freistaat Teile des Geländes kaufen. Dort wurde am Freitag zusätzlich zum Energie- ein Technologie-Campus eröffnet.

Mit der Festlegung des für die Hochschulen zuständigen Freistaats sinken die Chancen rapide, dass ein von der Nürnberger SPD und Oberbürgermeister Ulrich Maly favorisiertes Nutzungskonzept für den Quelle-Komplex aufgeht. Nach jahrelangem Stillstand hatte sich der portugiesische Immobilienkonzern Sonae Sierra eine Option auf das Gelände im Westen der Stadt gesichert und wollte dort ein Einkaufszentrum sowie Wohnungen und Büros errichten. Der Rest des denkmalgeschützten Gebäudes sollte vom Freistaat für Forschungseinrichtungen der beiden Hochschulen genutzt werden.

Der Komplex ist derzeit die zweitgrößte leerstehende Immobilie Deutschlands nach dem Berliner Flughafen Tempelhof. Für die technischen Lehrstühle sei dennoch zu wenig geeigneter Platz, erläuterte Herrmann. Auch sei die Statik nicht auf die großen Lasten ausgelegt, das Gebäude nicht erschütterungsfrei und schwer zu beliefern. „Hochtechnisierte Forschungs- und Versuchshallen könnten auf den Flächen nicht realisiert werden.“

Ein Umbau allein der Hauptnutzfläche würde rund 340 Millionen Euro kosten. „Sie liegen damit über den Neubaukosten“, betonte Herrmann. Eine komplette Umsiedelung der Technischen Fakultät der Uni Erlangen-Nürnberg würde gar mit knapp einer Milliarde zu Buche schlagen. Was nun aus dem leerstehenden Quelle-Gebäude wird, ist offen. Experten halten es für unwahrscheinlich, dass der Immobilienkonzern seine Kaufoption jetzt noch einlösen werde.

dpa

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