Nürnberger Messe will die Welt erobern

Nürnberg/Atlanta - Die NürnbergMesse will bis zum Jahr 2020 rund 100 Millionen Euro in ihr Auslandswachstum investieren. In den weltweit wichtigsten Wirtschaftsregionen sollten Tochtergesellschaften gegründet werden, kündigte Geschäftsführer Bernd Diederichs auf einer Pressekonferenz in Atlanta (Georgia/USA) an.

Außerdem sei geplant, weltweit Messen und Messegesellschaften zuzukaufen. Der Auslandsumsatz soll nach Diederichs Worten von rund 10 Millionen Euro im laufenden Jahr auf 50 Millionen Euro bis 2020 verfünffacht werden.

Mit der Gründung einer eigenen US-Tochtergesellschaft mit Sitz in Nürnbergs Partnerstadt Atlanta will die NürnbergMesse, die zu den zehn größten europäischen Messegesellschaften zählt, den amerikanischen Markt entwickeln. Trotz der scharfen Rezession in den USA sehe man gute Wachstumschancen, erklärte Diederichs. Die Messe "American Coating Shows" zum Thema Oberflächenbeschichtung, die man im Frühjahr nach europäischem Vorbild in Charlotte/North Carolina durchgeführt habe, sei ausverkauft gewesen.

Als weitere interessante Regionen für die geplante Expansion der NürnbergMesse, die sich auf hoch spezialisierte Fachmessen in Bereichen wie Technologie, Pharma und Bau konzentriert, nannte Diederichs Südamerika, Russland, Indien, den Nahen Osten und Japan. Der Messechef erwartet, dass sich in diesen Märkten zunehmend eigene Fachmessen mit Leitcharakter herausbilden. Deshalb werde es immer wichtiger, dort vertreten zu sein.

Der Geschäftsführer der neuen US-Tochter NürnbergMesse North America, Dirk Ebener, sagte, sein Ziel sei es, ein Portfolio von drei bis fünf Messen in den nächsten fünf Jahren aufzubauen. Außerdem wolle man Gruppenbeteiligungen auf Messen in Nürnberg organisieren und die Bekanntheit des Messe- und Kongressstandortes Nürnberg in den USA steigern. "Atlanta ist ein perfekter Standort für uns", sagte Ebener. Rund 360 deutsche Unternehmen hätten bereits Zweigstellen und Tochtergesellschaften in Georgia.

dpa



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