Wer die Null drückt, geht nicht über Los

- München - "Wenn Sie viel Geld oder ein Auto gewinnen wollen, drücken Sie bitte die Null." Wer diesen Satz am Telefon hört, sollte lieber sofort auflegen. Immer öfter gehen bei der Verbraucherzentrale Bayern Beschwerden wegen dieser Form der Telefonabzocke ein, bestätigt Jurist Markus Saller. Bis zu 30 Euro können auf der nächsten Telefonrechnung auftauchen, wenn der ahnungslose Verbraucher den Anweisungen der - meist vom Band abgespielten - Stimme folgt.

Die "perfide Masche" laufe über kostenpflichtige 0190-Nummern, erläutert Saller, der die unerwünschten Versuche aus eigener Erfahrung kennt. Natürlich verstoßen die Anrufer dem Juristen zufolge gegen das Wettbewerbsrecht. Der Knackpunkt: Die Nummernübertragung wird unterdrückt. Daher sei es auch schwer, den Betreiber zu ermitteln. Es sei auch schon vorgekommen, dass die Nummer übertragen wurde, schränkt Saller ein. In diesen Fällen seien sie oft "verschlüsselt": Etwa indem der "0190"-Nummer eine "0 10 33" vorgestellt ist. Dabei handle es sich jedoch lediglich um die - wirkungslose - Kennziffer der Telekom, die nur zur Verwirrung dienen solle.<BR><BR>Der Verbraucherschützer rät all jenen, die ungefragt einen Werbeanruf erhalten, das Gespräch generell sofort zu beenden - ohne eine Taste zu drücken. Sollte jemand bereits auf die Masche hereingefallen sein, muss er bei der nächsten Telefonrechnung genau hinschauen. Ungewollte Zusatzkosten müssen nicht klaglos hingenommen werden.<BR><BR>Wem es gelingt, einem betrügerischen Anrufer den Firmennamen zu entlocken, sollte sich sofort bei der Verbraucherzentrale melden. Die Wahrscheinlichkeit ist Saller zufolge jedoch gering.<BR><BR>

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