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Greenpeace sagt: Wer sich Nutella aufs Brot schmiert, unterstützt ahnungslos Kinderarbeit und Menschenhandel.

Ferrero reagiert auf Vorwürfe

Greenpeace: Nutella ist "schmutzige Schokolade"

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Hamburg - Greenpeace nennt die Nuss-Nougat-Creme Nutella von Ferrero "schmutzige Schokolade". Der Grund wird vielen am Frühstückstisch den Appetit verderben. Doch Ferrero reagiert.

Das Greenpeace-Magazin prangert in seiner Online-Ausgabe den Süßwarenhersteller Ferrero an: Dessen Brotaufstrich bezeichnet die Redaktion der Umweltschutzorganisation als "schmutzige Schokolade". Der Grund wird vielen Verbrauchern überhaupt nicht schmecken – sollte sich dieser als wahr herausstellen. Greenpeace wirft Ferrero Kinderarbeit bei der Haselnuss- und Kakao-Ernte vor und kritisiert die Palmöl-Monokulturen im Urwald.

Ferrero hatte sich mit seinem Statement zu den Anschuldigungen bis zum Donnerstagabend Zeit gelassen. Auf mehrfache Nachfrage unserer Redaktion teilte das Unternehmen schließlich schriftlich mit, dass der Artikel des Greenpeace-Magazins "nur einen Ausschnitt der Gesamtsituation" wiedergebe. Ferrero betont, dass es sogar mit der Umweltschutzorganisation an verschiedenen Themen zusammenarbeite, vor allem an dem Thema Palmöl.

Der Greenpeace-Bericht vom Mittwoch kam zu einem ungünstigen Zeitpunkt für Ferrero. Denn der Konzern wurde am selben Tag im Bayerischen Hof in München als "Beste Unternehmensmarke International" ausgezeichnet, berichtet Horizont, die Zeitung für Marketing, Werbung und Medien, auf ihrer Webseite.  

Ferrero wirbt mit personalisierten Etiketten für Nutella

Aktuell wirbt der Konzern mit einer Aktion für seine Nuss-Nougat-Creme: Die Kunden können ein eigenes Etikett entwerfen und dafür den Markennamen Nutella gegen ihren eigenen Namen austauschen.  

Auf Facebook haben die Umweltschutzaktivisten deshalb eine satirische Fotomontage und diese Erklärung gepostet:

"Nutella, wir müssen reden! Habt ihr auch schon die großen Werbeanzeigen mit den lustigen Sprüchen gesehen? Nicht so witzig ist allerdings die Situation auf den Kakao- und Haselnussplantagen. Deshalb haben wir das Motiv mal ein bisschen verändert und die Botschaft richtiggestellt – ganz im Sinne der künstlerischen Freiheit. Dies ist natürlich keine Werbeanzeige von Ferrero." 

Fotomontage der Umweltaktivisten.

Wie das Greenpeace-Magazin berichtet, soll Ferrero nach eigenen Angaben vor allem Haselnüsse aus der Türkei kaufen. Doch auf den türkischen Haselnussplantagen ist laut Greenpeace "bekanntermaßen Kinderarbeit ein großes Problem".

Kakao-Ernte unter sklavereiähnlichen Bedingungen 

Darüber hinaus kritisiert Greenpeace die Kakao-Ernte. Neu ist dieser Vorwurf nicht. Greenpeace bezieht sich auf NDR-Recherchen: Auf den Kakaoplantagen der Elfenbeinküste würden "viele Kinder dort trotz anderslautender Versprechungen der Schokoladen-Industrie noch immer unter sklavereiähnlichen Bedingungen für die Ernte von Kakao eingesetzt". Dieser Missstand sei dem Ferrero-Konzern bekannt, doch ließe er sich "mit der Problembekämpfung reichlich Zeit", kritisieren die Aktivisten.

Ferrero schreibt in seiner Mitteilung, dass es Kinderarbeit missbillige. Das Unternehmen sei sich bei der Beschaffung von Kakao und Haselnüssen seiner Verantwortung bewusst und setze diese in Projekten vor Ort um, etwa beim "Ferrero Farming Values Programm (FFV)". Dieses Programm verbessere die Lebensbedingungen der Bauern und Saisonarbeiter, teilt der italienische Süßwarenkonzern mit.

Ferrero findet Kritik "verwunderlich"  

Greenpeace macht dem Nutella-Hersteller die Art des Palmölanbaus zum Vorwurf. Wichtige Ökosysteme gingen verloren. Ferrero kommentiert den Vorwurf in seinem schriftlichen Statement: Greenpeace International hätte Ferrero für seine vorbildliche Palmöl-Politik im November 2013 gelobt. Deshalb wundere sich der Konzern nun über die aktuellen Anschuldigungen im deutschen Greenpeace-Magazin.   

sah

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