MAN Nutzfahrzeuge schafft Arbeitsplätze nur noch im Ausland

- München - Die MAN Nutzfahrzeuge AG will nach einem erfolgreichen Jahr 2004 auch heuer weiter Gas geben, bei den Personalkosten aber kräftig auf die Bremse treten. Der zweitgrößte deutsche Hersteller von Lastkraftwagen und Bussen begründet dies mit den Kostenvorteilen der im Wesentlichen europäischen Konkurrenz.

<P class=MsoNormal>Die wenigen westeuropäischen Produzenten großer LKW sitzen alle in Hochlohnländern (Iveco in Italien, Renault in Frankreich, Scania und Volvo in Schweden und DAF in den Niederlanden). Dabei lägen die Lohnkosten pro Stunde in Deutschland am höchsten, bei gleichzeitig der geringsten Arbeitszeit pro Jahr. Selbst die Schweden produzierten 20 bis 25 Prozent günstiger als MAN. "Wir müssen unsere inländischen Standorte wettbewerbsfähiger machen", sagte Anton Weinmann, seit Jahresbeginn Vorstandsvorsitzender der MAN Nutzfahrzeuge AG.</P><P class=MsoNormal>Ziel sei es, in den nächsten drei Jahren durch höhere Produktivität und "Lohnkostenverbesserung" in Deutschland 100 Millionen Euro einzusparen. Das kann von mehr Arbeit ohne Lohnausgleich bis zur Kürzung außertariflicher Leistungen sehr viel bedeuten. Darüber werde nach Ostern mit der Arbeitnehmerseite gesprochen. Steigende Absatzzahlen würden sich nicht in steigende Mitarbeiterzahlen in Deutschland und Österreich niederschlagen. "Mit steigenden Zahlen werden wir die deutschen Arbeitsplätze sichern und zusätzlich Mitarbeiter in unseren Montagewerken in Osteuropa einstellen", sagte Weinmann. MAN hatte im vergangenen Jahr 7,409 Milliarden Euro umgesetzt, 10 Prozent mehr als im Vorjahr. Das entspricht 69 410 Nutzfahrzeugen (Busse und LKW). Der Auftragseingang 2004 stieg um 12 Prozent auf 7,589 Milliarden Euro. Von den 34 965 Mitarbeitern arbeiteten 21 017 (minus 166) in Deutschland. In den ausländischen Werken kamen 402 Beschäftigte hinzu. Der Personalaufwand der gesamten Gruppe erhöhte sich von 1,598 auf 1,639 Milliarden Euro.</P><P class=MsoNormal>Dabei ist MAN deutlich produktiver geworden: Vor vier Jahren baute man mit 39 024 Mitarbeitern 70 500 Fahrzeuge, während es per Ende 2004 mit nur noch knapp 35 000 Mitarbeitern 69 410 LKW und Omnibusse waren.</P><P class=MsoNormal>Auch mit der Produktivitätsverbesserung um 100 Millionen Euro wäre Deutschland immer noch im Nachteil gegenüber dem skandinavischen LKW-Hersteller Scania. Es gäbe aber auch Vorteile: Mit der modernsten Fertigung der Welt von Scania könne MAN mithalten, die Logistik sei besser und die Produktivität der Mitarbeiter in Deutschland sehr hoch.</P><P class=MsoNormal>Stark wachsende Nachfrage sieht Weinmann vor allem in Osteuropa und China. Bis Ende Mai werde entschieden, ob das geplante LKW-Werk in Polen, der Slowakei, Ungarn oder Rumänien errichtet wird. Neben dieser Sonderinvestition werden die regulären Investitionen 2005 nicht unter denen von 2004 (207 Millionen Euro) liegen. Der Jahresüberschuss hatte sich von 107 auf 204 Millionen Euro nahezu verdoppelt. In ganz so großen Schritten werde es dieses Jahr wohl nicht weitergehen.</P>

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