Vorerst kein Zusammenschluss

O2-Chef: Müssen nicht mit E-Plus fusionieren

München - Gerüchte über Fusion der Mobilfunker O2 und E-Plus gibt es seit Jahren. O2-Chef René Schuster sieht dazu derzeit keinen Anlass. Ganz ausschließen will er einen Zusammenschluss allerdings nicht.

Telefónica-Deutschland-Chef René Schuster erwartet vorerst keine Fusion mit dem Rivalen E-Plus. Ein Zusammenschluss der beiden Mobilfunkunternehmen O2 und E-Plus sei sehr komplex, sagte der Manager dem „Handelsblatt“ (Dienstag). „Viele verstehen nicht, dass sie erst einmal viel Geld investieren müssten, bevor sie etwas sparen. Das betrifft die Technik, die Basisstationen, die Frequenzen. Wir müssen nicht unbedingt zusammengehen. Wir gewinnen auch so immer mehr Marktanteile“, meinte Schuster.

O2 ist die deutsche Marke des spanischen Telekommunikationsriesen Telefónica, E-Plus gehört zur niederländischen KPN. Gerüchte über eine Fusion der viert- und drittgrößten Mobilfunker nach Deutscher Telekom und Vodafone sind nicht neu. Der Markt ist hart umkämpft, der Wettbewerb drückt die Preise, neue Kunden gibt es kaum, denn jeder Deutsche hat statistisch gesehen bereits 1,3 Mobilfunkverträge. Das Wachstum stammt vor allem aus dem wachsenden Datengeschäft und den dort teureren Verträgen für Smartphones oder Tabletcomputer.

„Man kann nie für immer und ewig Nein sagen“

Um die durchaus wechselwilligen Kunden zu locken, liefern sich die Anbieter einen harten Preiskampf, müssen gleichzeitig aber viel Geld in den Aus- und Umbau ihrer Netze und neue Technologien stecken. Auch das befeuert immer wieder die Gerüchte über einen Zusammenschluss, denn die anstehenden Milliardeninvestitionen müssen finanziert werden. Ein Fusionsversuch war vergangenen Sommer gescheitert. Durch den Zusammenschluss wäre ein Schwergewicht entstanden, das T-Mobile und Vodafone mit einem Schlag deutlich überholt hätte.

Ein rascher neuer Anlauf ist nicht in Sicht. Und auch von der hoch verschuldeten spanischen Mutter erwartet Schuster keinen Druck. „Wir sind ein deutsches Unternehmen“, sagte er. „Wenn wir glauben, dass wir fusionieren müssen, dann schlagen wir das unserem Aufsichtsrat und unserem Mehrheitsaktionär Telefónica vor.“ Ganz ausschließen will er eine Fusion aber nicht. „Man kann nie für immer und ewig Nein sagen.“ In Deutschland ist laut Bundesnetzagentur die Telekom-Tochter T-Mobile Marktführer mit 36,6 Millionen Kunden. Dahinter liegt Vodafone mit 33,9 Millionen, es folgen E-Plus (23,4) und O2 (19,3).

dpa

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