Oberbank plant neue Filialen in München

Österreich: - München - Die österreichische Oberbank will ihr Geschäft in Bayern kräftig ausweiten. "Uns ist Österreich schon lange viel zu klein", sagte der Vorstandsvorsitzende Franz Gasselsberger in München. Bei der Expansion setzt das 137 Jahre alte Geldhaus mit Stammsitz in Linz derzeit vor allem auf München und sein Umland. Hier sollen demnächst zwei bis drei neue Filialen eröffnet werden. "Wir gehen dahin, wo der Mittelstand zu Hause ist", erklärte Gasselsberger.

Ende des Jahres wird die Oberbank 12 bis 14 Niederlassungen in Bayern betreiben, hält aber insgesamt gut 20 Filialen für möglich. Dann könnte die Mitarbeiterzahl von derzeit 110 auf rund 200 aufgestockt werden. Geld genug für die Expansion hat die Bank. Das Betriebsergebnis im vergangenen Jahr kletterte um 28 Prozent auf fast 150 Millionen Euro, der Jahresüberschuss stieg um 18 Prozent auf 93,5 Millionen. Die Ausstattung mit Eigenmitteln erhöhte sich um 13 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro. "Und dabei haben wir sehr vorsichtig bilanziert", sagte Gasselsberger. Es gebe noch stille Reserven größeren Ausmaßes.

Wesentlichen Anteil am Wachstum der börsennotierten Bank hat der Freistaat Bayern. 70 Prozent des Kreditwachstums erzielt die Oberbank außerhalb ihres österreichischen Heimatmarktes - wobei Gasselsberger betonte, dass man nach 17 Jahren auch Bayern bereits als Heimat betrachte.

Warum die Österreicher so erfolgreich sind? "Offensichtlich schätzt man hier die Art, wie wir das Geschäft betreiben", sagte der Oberbank-Chef selbstbewusst. 13 000 Kunden hat sein Haus bereits in Bayern, je zur Hälfte Privatleute und Betriebe. "Die Unternehmen fliegen uns nur so zu." Gasselsberger freute sich besonders darüber, dass auch der Optimismus bei den Betrieben wieder Oberwasser gewonnen habe. "Jetzt werden Investitionsprojekte aus der Schublade geholt, die dort schon lange lagen."

Ergebnis ist, dass die Mittelständler verstärkt Kredite aufnehmen. Die Investitionsfinanzierungen seien allein im vergangenen Jahr um 16,4 Prozent auf 3,9 Milliarden Euro gestiegen. Das erste Quartal 2007 lasse sich bestens an. Es sei sogar noch besser ausgefallen als im Vorjahr, so Gasselsberger, ohne Zahlen zu nennen.

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