Wichtigste Energiequelle in Bayern bleibt Atomkraft

Oberbayerns Haushalte verbrauchen mehr Strom

  • schließen

München – Privathaushalte in allen Landkreisen der Region haben 2016 mehr Strom verbraucht. Das legen am Dienstag veröffentlichte Zahlen des Versorgers Eon nahe.

Im Vergleich zu 2015 benötigten die Haushalte im Schnitt 4,0 Prozent mehr Strom, insgesamt stieg der Verbrauch in Bayern sogar um 9,2 Prozent.

Warum es zu dem Anstieg kam, konnte auch ein Eon-Sprecher nicht beantworten. Nicht ausgeschlossen sei, dass der Anstieg mit einem Zuzug junger Familien zusammenhänge, sagte Maximilian Heiler von Eon. Denn je mehr Kinder ein Haushalt habe, desto mehr Strom brauche man für das Betreiben von Waschmaschinen oder das Kochen auf dem Elektroherd.

Eon hat die Zahlen zum Stromverbrauch jetzt zum zweiten Mal veröffentlicht. Die Auswertung belegt, dass es im Verbrauch nach wie vor erhebliche Unterschiede zwischen den Landkreisen gibt. So benötigte ein Haushalt im Landkreis Garmisch-Partenkirchen im Schnitt nur 2469 Kilowattstunden pro Jahr – in Mühldorf am Inn waren es mit 3169 Kilowattstunden exakt 700 Kilowattstunden mehr. Dass Haushalte in Garmisch-Partenkirchen oder München mehr Energie sparten als in anderen Landkreisen, könne an mehreren Faktoren liegen, erklärte Heiler. „In Gemeinden mit durchschnittlich kleineren Haushalten und mit einer höheren Dichte an Mietwohnungen fällt auch der Verbrauch in der Regel niedriger aus“, sagte er. In ländlichen Regionen sei der Energieverbrauch oft aufgrund größerer Wohnungen höher.

Ob der Kreis Garmisch-Partenkirchen allerdings seinen Spitzenplatz als größter Stromsparer behalten wird, ist ungewiss: Verglichen mit 2015 benötigten die Haushalte in diesem Jahr 10,9 Prozent mehr Strom – kein anderer Landkreis verzeichnete einen derart drastischen Anstieg.

Die jetzt veröffentlichten Eon-Zahlen gelten als Indikator für den gesamten Stromverbrauch in der Region, da der Essener Konzern in fast allen Landkreisen Grundversorger ist. Grundversorger ist in Deutschland, wer im jeweiligen Netzgebiet die größte Marktabdeckung besitzt. Lediglich in den Städten München und Rosenheim haben die örtlichen Stadtwerke mehr Kunden als Eon – entsprechende Angaben zum Verbrauch gibt es aber nicht.

Wichtigste Energiequelle in Bayern ist nach wie vor die Atomkraft. Ende 2022 soll Isar II als letztes deutsches Atomkraftwerk vom Netz genommen werden. Das Kraftwerk gehört zu 75 Prozent der Eon Kernkraft GmbH und zu 25 Prozent den Stadtwerken München. Sebastian Hölzle

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Alitalia vor dem Aus - Mitarbeiter gegen Sanierungsplan
Selbst Päpste fliegen Alitalia. Doch eine himmlische Bilanz bringt das seit Jahrzehnten nicht mehr. Trotz unzähliger Rettungsversuche droht Italiens ehemaligem …
Alitalia vor dem Aus - Mitarbeiter gegen Sanierungsplan
Schlecker: Gegen Wirtschaftsprüfer wird getrennt verhandelt
Können die beiden Wirtschaftsprüfer im Schlecker-Prozess aufatmen? Mit etwas Glück ist für sie der Prozess um die Insolvenz der Drogeriemarktkette im Mai ausgestanden. …
Schlecker: Gegen Wirtschaftsprüfer wird getrennt verhandelt
Stickoxid-Ausstoß: Hendricks fordert Diesel-Nachrüstungen
Die Luft in vielen deutschen Städten ist zu schmutzig. Neue Daten der obersten Umweltbehörde zeigen, dass Diesel-Autos daran einen noch größeren Anteil haben als bisher …
Stickoxid-Ausstoß: Hendricks fordert Diesel-Nachrüstungen
Thyssenkrupp-Betriebsrat will Hilfe von Ministerpräsidentin
Bei den Stahlkochern von Thyssenkrupp herrscht Unruhe. Sorgen bereitet nicht nur ein Sparprogramm, sondern auch eine mögliche Fusion der Stahlsparte mit dem Konkurrenten …
Thyssenkrupp-Betriebsrat will Hilfe von Ministerpräsidentin

Kommentare