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Neue Broschüre

Oberbayerns Wirtschaftskraft in Zahlen

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München - München und die Region glänzen mit Spitzenwerten bei Kaufkraft, Beschäftigung, Tourismus und beim Außenhandel. Eine neue Broschüre gießt die Wirtschaftsentwicklung in Oberbayern in Zahlen.

Trotz des demografischen Wandels wächst der Freistaat. 2,8 Prozent mehr Menschen werden hier im Jahr 2032 leben – knapp 13 Millionen. So die Prognose des Bayerischen Landesamtes

für Statistik.

Alle wollen nach Oberbayern

Die ersten Leser: (von rechts) Verleger Dirk Ippen, IHK-Hauptgeschäftsführer Peter Driessen und Daniel Schöningh, Geschäftsführer des Münchner Merkur.

Die meisten wird es nach Oberbayern ziehen, glauben die Statistiker. Sie sprechen von einem Bevölkerungsanstieg von mehr als zehn Prozent auf knapp fünf Millionen für Oberbayern. „Das Wachstum ruht dabei auf drei Säulen“, sagt Peter Driessen, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) für München und Oberbayern bei der Präsentation der neuen Broschüre „Wirtschaftsraum München – Oberbayern“. Die Zuwanderung aus dem In- und Ausland nach Oberbayern sei ungebrochen, so Driessen. „Dazu kommen Flüchtlinge, die nach der Anerkennung frei entscheiden können, wo sie sich niederlassen.“ Als dritte Säule nennt Driessen den stabilen Geburtenüberschuss in München. „München ist die einzige Großstadt Deutschlands, in der mehr Menschen geboren werden als sterben.“ Im laufenden Jahr wird die Zahl der Neugeborenen so hoch sein wie zuletzt 1963. All das zeige: „In Oberbayern glauben junge Menschen an die Zukunft“, so Driessen.

Zahl der Beschäftigten steigt

Mit dem Bevölkerungswachstum steigt auch die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten weiter an. Bereits heute lebt in Oberbayern ein Drittel der bayerischen Bevölkerung, hier arbeiten 38 Prozent der bayerischen Beschäftigten, die wiederum 42 Prozent des bayerischen Bruttoinlandsprodukts (BIP) erwirtschaften. Zuletzt verzeichnete der Landkreis Dachau mit 5,4 Prozent den höchsten Anstieg von sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in ganz Oberbayern.

Immer mehr Touristen

Dazu kommen von Jahr zu Jahr mehr Touristen. Mit knapp 15 Millionen Ankünften im Jahr 2014 weist der Tourismus in Oberbayern ein Plus von drei Prozent im vergleich zum Vorjahr aus. Auch die Zahl der Übernachtungen stieg um zwei Prozent auf 36 Millionen. Besonders großer Beliebtheit erfreut sich nach wie vor die Landeshauptstadt München – über 6,5 Millionen Ankünfte und knapp 13,5 Millionen Übernachtungen. Die stärksten Zuwächse in der Region verzeichneten allerdings zuletzt der Landkreis Altötting und die Stadt Ingolstadt.

Fachkräftemangel verschärft sich

Ausruhen dürfe man sich allerdings angesichts dieser Erfolgsmeldungen nicht, warnt Driessen. „Es geht nicht automatisch so weiter, schließlich arbeiten auch andere an ihrer Zukunft.“ Trotz Bevölkerungswachstum verschärfe sich etwa der Fachkräftemangel. Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge war zuletzt rückläufig. Besonders groß ist der Azubimangel im Einzelhandel und in der Gastronomie.

Flüchtlingszuzug kann Mangel lindern

Ein Stück weit könnte der Zuzug von Flüchtlingen den Mangel lindern, glaubt Driessen. Die IHK für München und Oberbayern hat mittlerweile zahlreiche Projekte gestartet, um zwischen Flüchtlingen und Unternehmen zu vermitteln und den Zugang zum Arbeitsmarkt so zu erleichtern. „Wir wollen eine Kümmererstruktur aufbauen, um Unternehmen im Umgang mit Auszubildenden, die einen Flüchtlingshintergrund haben, zu helfen.“

Kürzlich ist zudem ein IHK-Programm angelaufen, bei dem sogenannte Ausbildunsgsscouts Unternehmen und Flüchtlingen zusammenbringen sollen. Dabei handelt es sich um Azubis, die selbst einen Migrationshintergrund haben. Sie sollen in den Berufsintegrationsklassen, von denen es bayernweit im kommenden Jahr mehr als 1000 geben wird, auf Flüchtlinge zugehen und sie für eine Berufsausbildung gewinnen.

Negativer Nebeneffekt: Wohnraumknappheit

Ein negativer Nebeneffekt des Bevölkerungswachstums in Oberbayern ist der immer knapper werdende Wohnraum. Mit steigenden Immobilienpreisen wird es auch für alteingesessene Familien immer teurer in der Stadt München und dem näheren Umland zu leben. „Wir müssen mehr Wohnungen bauen und unsere Verkehrshausaufgaben machen“, fordert Driessen deshalb.

Verkehrsinfarkt droht 

Dadurch, dass es vor allem in der Stadt zu wenig Wohnraum gebe, würden immer mehr Menschen ins Umland ziehen, dadurch komme es zu einem Verkehrsinfarkt. „Der Bau der zweiten Stammstrecke und der dritten Startbahn am Flufghafen sind unumgänglich“, sagt Driessen mit Blick auf die Politik. Bei so mancher Diskussion um die beiden Großprojekte kann er nur noch mit dem Kopf schütteln.

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