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OECD-Generalsekretär Jose Angel Gurria (Bild).

Arbeitsmarkt in einem "Top"-Zustand

OECD: Sorge über zu viel Langzeitarbeitslose

Paris - Der Beschäftigungsmarkt steht im internationalen Vergleich sehr gut da. Die Wirtschaftsexperten sehen aber auch ein Sorgenkind: Die Entwicklung der Langzeitarbeitslosigkeit.

Langzeitarbeitslosigkeit entwickelt sich zum Sorgenkind des deutschen Arbeitsmarkts. Während die Zeichen für Beschäftigung im internationalen Vergleich sehr gut stehen, schneidet Deutschland bei Menschen, die länger ohne Job sind, deutlich schlechter ab. Das geht aus dem Beschäftigungsausblick hervor, den die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) am Mittwoch in Paris vorlegte.

Mit der anhaltenden ökonomischen Krise bleibt die Arbeitslosigkeit international auf hohem Niveau. Die OECD rechnet im kommenden Jahr nur mit einem leichten Rückgang. Für die 34 Mitgliedsländer erwartet die Organisation bis Ende 2015 eine Arbeitslosenquote von 7,1 Prozent. Mitte 2014 waren es 7,4 Prozent. Laut OECD sind derzeit fast 45 Millionen Menschen in den Mitgliedsländern ohne Arbeit, 12 Millionen mehr als 2007 zu Beginn der Krisen.

Gleichzeitig verweist die OECD auf sehr unterschiedliche Ergebnisse innerhalb der Mitgliedsländer. Für den Euro-Raum geht die OECD in ihrem Ausblick von einem Rückgang von aktuell 11,6 auf 11,2 Prozent bis Ende 2015 aus. Besonders schlechte Zahlen werden weiterhin in Griechenland und Spanien, aber auch für Italien oder Portugal erwartet.

Deutschland könnte hingegen laut OECD im kommenden Jahr zu den „Top-Arbeitsmarktperformern“ gehören. Bis Ende 2015 soll die Arbeitslosenquote bei weniger als fünf Prozent liegen.

Mit Sorge sieht die OECD aber die Lage der Langzeitarbeitslosen. Fast 45 Prozent der Betroffenen in Deutschland seien länger als ein Jahr ohne Job, errechneten die Wirtschaftsexperten. Im Schnitt der OECD-Länder lag diese Zahl bei 35 Prozent. Die absolute Zahl habe sich mit 16 Millionen langfristig arbeitslosen Menschen gegenüber Krisenbeginn fast verdoppelt. Die OECD sieht vor allem in den Krisenländern das Problem struktureller Arbeitslosigkeit, die dann bei einem möglichen Aufschwung nicht automatisch zurückgehe.

Im Lohnbereich sprach sich OECD-Generalsekretär Angel Gurría für eine Stärkung der Wirtschaftskraft aus. Lohnkürzungen in den Krisenländern hätten dazu beigetragen, Arbeitslosigkeit einzudämmen und Wettbewerbsfähigkeit wieder herzustellen, sagte Gurría laut Mitteilung. Weitere Kürzungen wären kontraproduktiv und würden „weder neue Jobs noch mehr Nachfrage schaffen“. Der OECD-Chef macht sich erneut für Strukturreformen stark, um den Wettbewerb anzukurbeln. „So erhöhen wir Investitionen und Produktivität, schaffen Jobs, steigern die Löhne und verbessern das Leben der Menschen.“

Laut OECD-Berechnung gab es seit 2009 kaum Steigerungen des Reallohns. In Ländern wie Griechenland, Irland, Slowenien und Spanien gingen die Löhne um jährlich zwei bis fünf Prozent zurück.

dpa

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