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Die OECD-Experten warnen vor den Risiken für eine Verschlechterung der Lage in China. Foto: Adrian Bradshaw

OECD senkt Prognose für Chinas Wirtschaft

Ein abrupter Abschwung der chinesischen Wirtschaft hätte weltweite Auswirkungen. Die OECD rät China, die Macht der Staatsbetriebe zu beschneiden und dem Markt mehr Raum zu geben. Keine leichte Aufgabe.

Peking (dpa) - Das Wachstum in China wird sich nach Einschätzung der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit (OECD) noch weiter abschwächen.

In ihrem jährlichen Bericht für die zweitgrößte Volkswirtschaft senkte die OECD ihre Wachstumsprognose von bisher 7,1 auf 7 Prozent in diesem Jahr und 6,9 Prozent im nächsten Jahr.

"Die Herausforderung besteht darin, genug Schwung zu halten, um die Ungleichgewichte zu reduzieren, während übermäßig abrupte Anpassungen vermieden werden, die eine Krise auslösen können", heißt es in dem Bericht, der am Freitag in Peking veröffentlicht wurde.

Die OECD-Experten warnen vor den Risiken für eine Verschlechterung der Lage in China und den möglichen Auswirkungen eines stärker als erwarteten Abschwungs auf die Weltwirtschaft.

Die Marktmechanismen und die Rechtsstaatlichkeit müssten gestärkt, die Ausbildung verbessert und den Bauern mehr Landrechte eingeräumt werden. Die Umstrukturierung von Industrien mit Überkapazitäten könne nur erfolgreich sein, wenn Garantien für Staatsbetriebe wegfallen, damit alle Firmen mit gleichen Chancen am Markt agieren könnten.

Trotz aller Warnungen äußert sich der OECD-Bericht zuversichtlich über die gegenwärtige Entwicklung. "Eine geordnete Abwicklung der Ungleichgewichte ist im Gange", heißt es. "Die Risiken sind kontrollierbar und eine abrupte Bremsung kann vermieden werden."

Allerdings wird vor Gefahren besonders im Immobiliensektor und einigen Bereichen der Schwerindustrie gewarnt. Die Verschuldung sei undurchsichtig und mit Pleiten müsse gerechnet werden.

Aber auch mit langsamerem Wachstum könne das Ziel einer Verdoppelung der Wirtschaftsleistung bis 2020 gegenüber 2010 "nahezu" erreicht werden. Als Wachstumstreiber sieht die OECD die Urbanisierung durch den Zuzug von weiteren 100 Millionen Menschen in die Städte bis 2020 und die Ausweitung öffentlicher Dienste und sozialer Leistungen für 100 Millionen ehemalige Landbewohner, die bereits in Städten leben. Auch der Dienstleistungsbereich sei ein Wachstumsmotor.

Chinas Regierung selbst rechnet in diesem Jahr nur noch mit "rund sieben Prozent" Wachstum - so wenig wie seit 25 Jahren nicht mehr. Im Vorjahr waren es noch 7,4 Prozent.

OECD Bericht

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