Trotz aller Sparbemühungen

Rekord bei öffentlichen Schulden: 2,08 Billionen

Wiesbaden - Trotz sprudelnder Steuereinnahmen haben die öffentlichen Schulden in Deutschland einen neuen Höchststand erreicht. Bund, Länder und Gemeinden standen Ende des ersten Halbjahres mit 2,082 Billionen Euro in der Kreide.

Das waren 3,0 Prozent oder 61,3 Milliarden Euro mehr als zur gleichen Zeit des Vorjahres. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag mitteilte, erhöhte sich der Schuldenstand des öffentlichen Gesamthaushaltes im Vergleich zum ersten Quartal dieses Jahres um 2,0 Prozent (40,4 Milliarden Euro).

Sowohl der Bund als auch die Länder und die Gemeinden hatten Ende Juni 2012 mehr Schulden angehäuft als ein Jahr zuvor. Am stärksten legten die Länder (6,2 Prozent) zu. Grund war vor allem die Abwicklung der Düsseldorfer WestLB: Sie hat den Statistikern zufolge maßgeblich dazu beigetragen, dass die Schulden der Bundesländer auf 643,1 Milliarden Euro gestiegen sind. Der Bund war mit 1,306 Billionen Euro verschuldet - ein Anstieg von 1,5 Prozent.

Die Verschuldung der Gemeinden und Gemeindeverbände nahm im Vergleich zum Vorjahr um 3,7 Prozent zu und betrug 133 Milliarden. Insbesondere die Kommunen in Hessen und Nordrhein-Westfalen trugen dazu bei. Die Gemeinden mussten vor allem mehr Kassenkredite aufnehmen (plus 9,2 Prozent) als im Vorjahr. Diese beliefen sich Ende Juni auf 47,9 Milliarden Euro. Die Kreditmarktschulden der Gemeinden erhöhten sich um 0,8 Prozent auf 85,2 Milliarden Euro.

Die Statistik bildet auf der Basis vorläufiger Zahlen nur die Schulden der Kern- und Extrahaushalte ab, dazu gehören Sondervermögen und sogenannte Bad Banks, in die Banken etwa faule Papiere ausgelagert haben. Die Finanzlage der kommunalen Zweckverbände und der Sozialversicherung ist nicht enthalten.

dpa

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