Erstmals seit 1950 

Schuldenstand in Deutschland sinkt

Wiesbaden - Erstmals seit 1950 ist der öffentliche Schuldenstand in Deutschland gesunken. Das teilte das statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mit.

Grund dafür ist allerdings ein Sondereffekt im Zuge der Bankenrettung in der Finanzkrise - ohne ihn wäre die Verschuldung weiter gestiegen. Bund, Länder und Gemeinden sowie die Sozialkassen waren zum Jahresende mit rund 2,038 Billionen Euro verschuldet, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) in Wiesbaden am Donnerstag mitteilte. Das waren 30,3 Milliarden Euro (1,5 Prozent) weniger als 2012. Damit ging der Wert erstmals seit Einführung der Statistik zurück.

Grund für den Rückgang war nach Angaben der Statistiker vor allem die Entwicklung bei den sogenannten Bad Banks. In diese Abwicklungsinstitute hatten Geldhäuser während der Finanzkrise mit staatlicher Hilfe milliardenschwere Risikopapiere ausgelagert. Dadurch stieg der Schuldenstand Deutschlands. Die hochriskanten Giftpapiere sollen nach und nach verkauft werden. Das gelang zuletzt gut, die Bad Banks konnten ihren Schuldenstand weiter reduzieren.

Der Bund der Steuerzahler kritisierte, dass die Schulden der Kernhaushalte von Bund und Ländern - also ohne solche Sondereffekte - um rund 17 Milliarden Euro gestiegen seien. Dabei habe der Staat soviel Steuern eingenommen wie noch nie. Die Linke im Bundestag verlangte, die Schulden nicht auf Kosten sozialer Leistungen abzutragen. Dies sei kurzsichtig, sagte die Vorsitzende des Haushaltsausschusses, Gesine Lötzsch.

Der Bund konnte seine Verbindlichkeiten um 0,8 Prozent auf 1,28 Billionen Euro verringern, bei den Ländern sank der Schuldenstand um 20,0 Milliarden auf 624,9 Milliarden Euro (minus 3,1 Prozent). Nur unwesentlich gingen die Schulden der Gemeinden zurück: um 59 Millionen auf 135,1 Milliarden Euro (0,0 Prozent). Den prozentual stärksten Rückgang wies die gesetzliche Sozialversicherung aus. Hier lag die Verschuldung bei 631 Millionen Euro und damit um 35 Millionen Euro niedriger als 2012 (minus 5,2 Prozent).

Auch 9 der 16 Länder bauten Schulden ab. Spitzenreiter war Sachsen, das seine Verschuldung um 9,5 Prozent verringerte und Ende 2013 bei 8,43 Milliarden Euro stand. Am schlechtesten schnitt das Saarland ab. Dort stiegen die Schulden um 4,5 Prozent auf 16,7 Milliarden Euro.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Rekorde bei Grund- und Gewerbesteuern
Die Gemeinden durften sich 2016 über einen Geldsegen freuen: Grund- und Gewerbesteuern sprudelten so üppig wie nie zuvor.
Rekorde bei Grund- und Gewerbesteuern
Auto wichtigstes Verkehrsmittel für Pendler
Wiesbaden (dpa) - Das Auto ist für Pendler in Deutschland mit Abstand das wichtigste Verkehrsmittel auf dem Weg zur Arbeit. Zwei Drittel der Erwerbstätigen (68 Prozent) …
Auto wichtigstes Verkehrsmittel für Pendler
Nafta-Unterhändler ziehen nach erster Runde positive Bilanz
Washington (dpa) - Die USA, Kanada und Mexiko haben nach ihrer ersten Runde der Neuverhandlungen über den nordamerikanischen Handelspakt Nafta eine positive Bilanz …
Nafta-Unterhändler ziehen nach erster Runde positive Bilanz
Aldi hat eine neue Zielgruppe: Videospiel-Zocker
Discount-Marktführer Aldi baut sein Online-Angebot weiter aus. Neben E-Books und Musik will der Billiganbieter auf seiner Online-Plattform aldilife.com ab Dienstag auch …
Aldi hat eine neue Zielgruppe: Videospiel-Zocker

Kommentare