Kürzungen der Rabatte

Ökostrom: Bahnfahren könnte teurer werden

Berlin - Der Vorsitzende des Bundestags-Verkehrsausschusses, Martin Burkert, warnt vor höheren Ticketpreisen durch die geplante Reduzierung der Ökostrom-Rabatte für die Bahn.

„Damit drohen allein der Deutschen Bahn Belastungen von rund 800 Millionen Euro bis 2018“, sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. Er forderte Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) zum Nachbessern auf. „Ich frage mich schon, warum dieser klimafreundliche Verkehrsträger stärker belastet werden soll“, kritisierte Burkert.

Er verwies auf Berechnungen, wonach Gabriels Pläne die Bahn bei den Förderkosten für Ökostrom - neben den bisher 108 Millionen Euro jährlich - mit bis zu 139 Millionen Euro pro Jahr zusätzlich belasten könnten. „Die Mehrkosten werden voraussichtlich auf die Fahrpreise umgelegt.“

Unternehmen und Schienenbahnen mit hohem Stromverbrauch genießen starke Nachlässe bei der Förderung etwa von Solar- und Windenergie. Diese Rabatte tragen die übrigen Verbraucher über ihre im Strompreis enthaltene Ökostrom-Umlage mit. Um die Bürger zu entlasten und wegen Bedenken der EU sollen die Rabatte gekürzt werden.

Gäbe es gar keine Vergünstigungen mehr, drohten in München zum Beispiel 40 Cent mehr je Fahrschein, in Berlin 30 bis 40 Cent, meinte Burkert. Im Koalitionsvertrag sei vereinbart worden, den Verkehrsträger Schiene nicht stärker zu belasten. „Aber Gabriel ist einer, der zuhört“, betonte Burkert.

„Man muss vernünftige Lösungen finden, die die Bürger bei den Strompreisen entlasten, aber nicht zugleich den Schienenverkehr stärker belasten.“ Die Bahn sei ohnehin in schwierigem Fahrwasser, es könne nicht sein, dass einer Verkehrsverlagerung Vorschub geleistet werde. „Im Güterverkehr gibt es so enge Margen, dass eine Verlagerung auf die Straße droht“, sagte der bayerische Verkehrspolitiker.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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