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Öl-Embargo: Bayerische Wirtschaft und Verbraucher würden Folgen „massiv zu spüren bekommen“

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Von: Corinna Maier

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Anlagen auf dem Industriegelände der PCK-Raffinerie GmbH in Brandenburg.
Im Rahmen des Ukraine-Kriegs schreiten die Diskussionen um ein Öl-Embargo voran. © Patrick Pleul/dpa

Die Bundesregierung setzt sich in der EU für ein Embargo russischen Öls ein. Kommt so ein Einfuhrverbot, dürfte das den bayerischen Unternehmen die Geschäfte erschweren.

München - „Die bayerische Wirtschaft und die Verbraucher werden die Folgen eines Öl-Embargos massiv zu spüren bekommen“, warnt Manfred Gößl, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) für München und Oberbayern, der rund 400 000 Unternehmen angehören. Laut IHK stammen zwar nur zwei Prozent der bayerischen Erdöl-Lieferungen aus Russland. Dennoch würde ein Embargo die Energiepreise weiter steigen lassen. Gößl fordert deshalb von der Politik deutliche Entlastungen bei den Energieabgaben. Außerdem sollten öffentliche Auftraggeber mit gutem Beispiel vorangehen und Preiserhöhungen bei Verträgen akzeptieren, die sie etwa mit Busunternehmen, Speditionen oder Baufirmen geschlossen haben.

Öl-Embargo für Russland: Konsequenzen für Bayern - Betriebe benötigen stabile Energiepreise

Auch das Handwerk befürchtet, dass Betriebskosten immer schlechter kalkulierbar werden. Seit Beginn des Ukraine-Krieges habe es bereits enorme Preissprünge bei Öl, Gas oder Strom gegeben. „Unsere Handwerksbetriebe benötigen aber stabile Energiepreise und eine verlässliche Versorgung mit günstigen Kraftstoffen für ihre Fahrzeuge und Maschinen“, erklärt Franz Xaver Peteranderl, Präsident des Bayerischen Handwerkstages.

Doch was würde passieren, wenn einzelne Firmen wegen eines Embargos kurzfristig gar nicht mehr an Öl kommen? Das hat die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) mehr als 1100 Firmen im Freistaat gefragt. Die Antwort: Zehn Prozent müssten ihre Produktion ohne Öl vorübergehend einstellen. Allerdings geht vbw-Chef Bertram Brossardt nicht davon aus, dass die Wirtschaft nach einem Öl-Embargo komplett auf dem Trockenen sitzen würde. Das würden schon allein die nationalen Ölreserven verhindern. Zudem würde ein Gas-Embargo Bayern stärker treffen als ein Einfuhrverbot für Öl. Ganz ohne Gas könnten sogar 22 Prozent der Unternehmen in Bayern nicht weiterarbeiten. (höß, com)

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