Ölpreis hält weiter Kurs auf 100-Dollar-Marke

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New York/Wien (dpa) - Schwacher Dollar, teures Öl: am Mittwoch kostete Rohöl so viel wie nie zuvor. Der Preis für die US-Sorte WTI stieg über die Marke von 99 Dollar auf bis zu 99,29 Dollar je Barrel (159 Liter). Im Tagesverlauf löste sich der Ölpreis etwas von diesem Niveau und rutschte wieder unter 98,00 Dollar.

Der Preis für Öl der Nordseesorte Brent sank zuletzt um 30 Cent auf 95,19 Dollar. In der Spitze war der Brent-Ölpreis zuvor bis auf 96,53 Dollar geklettert. "Der Markt will scheinbar endlich eine dreistellige Ölnotierung sehen", betonte Experte Eugen Weinberg von der Commerzbank. Die Aufwärtsbewegung am Ölmarkt habe sich zuletzt sprunghaft in Richtung 100 Dollar fortgesetzt.

Angetrieben durch den Einbruch des US-Dollar zum Euro legte der Ölpreis allein in den letzten 24 Stunden um knapp fünf Prozent zu. Der schwache Dollar macht die in US-Währung notierten Rohstoffe wie Öl für viele Investoren billiger. Dies stärkt die Nachfrage. Weinberg erwartet in den nächsten Tagen einen Preis von mehr als 100 Dollar. Sollte dieses Niveau nachhaltig überwunden werden, könnte der Preis auch rasch in Richtung 105 Dollar treiben.

Am Mittwochnachmittag sollten in Washington die wöchentlichen US- Öllagerdaten veröffentlicht werden. Mit der bevorstehenden Winterzeit in der nördlichen Hemisphäre stehen die Heizölbestände besonders im Blick.

Der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) bewegt sich in Rekordnähe. Ein Barrel kostete am Dienstag nach Berechnungen des OPEC-Sekretariats vom Mittwoch 90,04 Dollar. Das waren 1,33 Dollar mehr als am Montag. Damit notiert das Öl knapp unter seinem Rekordstand, den er mit 90,71 Dollar am 7. November erreicht hatte.

Nach Ansicht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) erschwert der scharfe Rückgang des Dollar die internationale Koordination der Wirtschaftspolitik. Der Anstieg der Preise für Öl und andere Rohstoffe machten es den Zentralbanken zunehmend schwieriger, ihre Leitzinsen festzulegen.

Die US-Notenbank hat ihre Prognose für das Wachstum der US- Wirtschaft im nächsten Jahr unterdessen gesenkt. Sie rechnet nur noch mit einem realen Wirtschaftswachstum 1,80 und 2,50 Prozent, wie aus dem am Dienstagabend veröffentlichten Protokoll der vergangenen Notenbanksitzung hervorgeht. Die Schätzung vom Juni lag noch bei 2,50 bis 2,75 Prozent. Auch mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit in den USA werde gerechnet.

Nach Ansicht des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts (HWWI) schafft der hohe Ölpreis neue Chancen für die Zukunft der Energieversorgung und speziell für die deutsche Wirtschaft. "Steigende Preise waren schon immer die kraftvollste Ursache für eine nachhaltige Verhaltensänderung", sagte HWWI-Präsident Thomas Straubhaar der Deutschen Presse-Agentur dpa. Für Haushalte werde es ohne neue Steuern oder Subventionen finanziell attraktiv, Energie zu sparen.

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