Ölpreis im Höhenflug: Händler rechnen mit 50 Dollar pro Barrel

- München - Die Ölpreise klettern weiter: Vor dem Wochenende kletterten die Preise in den USA sogar noch auf 46,65 Dollar pro Barrel. US-Händler halten sogar 50 Dollar für ein 159-Liter-Fass für möglich. Unterdessen wird der Treibstoff nicht nur für Autofahrer teuer.

<P>Die stark ansteigenden Kosten für Energie belasten zunehmend auch die Deutsche Bahn. Ein Konzernsprecher sagte laut "Tagesspiegel": "Wir beobachten die Entwicklung mit Besorgnis." In den vergangenen zwölf Monaten seien Diesel um 20 Prozent und Strom um 30 Prozent teurer geworden. Ausgaben für Energie machten nach Unternehmensangaben zehn Prozent der Betriebskosten aus.</P><P>So berichtet die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf den Hamburger Energie-Informationsdienst (EID), dass der Sommer 2004 bislang der "teuerste Tank-Sommer aller Zeiten" sei. Noch nie habe sich der Benzinpreis so lange - mittlerweile fast einen Monat - auf Rekordniveau gehalten.</P><P>Der Autoclub AvD sieht die Konzerne in der Verantwortung: "Die Tochtergesellschaft eines Konzerns verkauft das Öl an eine andere Tochtergesellschaft desselben Konzerns. Für den Konzern selbst ist das zunächst ein Luftgeschäft, aber auf diese Weise wird der Ölpreis in die Höhe getrieben", sagte AvD-Sprecher Jochen Hövekenmeier dem "Express". "Die Erdöl exportierenden Länder verdienen bis maximal 30 Dollar mit. Alles, was darüber hinausgeht, bleibt bei den Ölkonzernen." Allein die fünf größten Mineralölkonzerne hätten 2003 über 60 Milliarden Dollar Gewinn eingefahren, betonte Hövekenmeier. 2002 seien es noch 36,32 Milliarden gewesen.</P><P>Spielraum für Benzinpreissenkungen sieht Uwe Franke, Deutschland-Chef des Ölkonzerns BP, nach eigenen Worten nicht. Zwar sei das hohe Preisniveau schlecht fürs Geschäft, betonte der BP-Chef. Die Marge pro Liter bleibe aber auch bei sinkenden Ölpreisen bei etwa einem Cent je Liter.</P><P>Nach den Worten von Franke ist es dagegen eine "Verkettung unglücklicher Umstände", die den Ölpreis über das rational erklärbare Maß hinaus erhöht. Mehr als zehn Dollar des Preises pro Barrel Öl gingen derzeit auf das Konto einer "Risikoprämie", sagte er der "Welt am Sonntag". Diese sei vor allem auf Unsicherheiten über die Förderkapazitäten der Opec, Angst vor Terroranschlägen und auf die Sorge über mögliche Versorgungsengpässe in Russland und politische Unsicherheiten in Venezuela zurückzuführen. Mittelfristig rechne er mit einem Preis pro Barrel zwischen 25 und 35 Dollar.</P>

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