Ölpreis: G7 setzen Förderländer unter Druck

- Washington - Die sieben wichtigsten Industrieländer (G7) wollen die hohen Energiepreise drücken und dazu die Öl produzierenden Länder stärker in die Pflicht nehmen.

Die G7-Finanzminister und -Notenbankchefs riefen die Förderländer auf, etwaige Ölreserven auf den Markt zu bringen und das Investitionsklima in ihren Ländern zu verbessern.

Sie bezeichneten den Ölpreis, die globalen Ungleichgewichte sowie wachsende protektionistische Tendenzen als Hauptrisiken für die Weltwirtschaft. Zugleich forderten sie alle Mitgliedsländer des Internationalen Währungsfonds (IWF) auf, den bereits vereinbarten Schuldenerlass für arme Länder mitzutragen.

Die G7-Vertreter trafen sich vor der Jahrestagung von IWF und Weltbank. Der Ölpreis, der am Freitag im späten Handel in New York auf 64,19 Dollar je Barrel sank, war Hauptthema der Beratungen. Unter anderem hatte sich der gefährliche Hurrikan "Rita", der die texanische Küste bedrohte, leicht abgeschwächt und war nach Norden gedreht. Damit könnten die US-Raffinerien den Schäden entgehen.

Die G7-Länder USA, Kanada, Japan, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien forderten erneut mehr Transparenz auf den Ölmärkten. Sie sprachen sich gegen staatliche Subventionen und Preisbeschränkungen einzelner Länder aus, die Verbraucher und Wirtschaft entlasten sollen, aber den Wettbewerb verzerren. Der Abbau der globalen Ungleichgewichte sei eine gemeinsame Verantwortung. Die USA müssten ihren Haushalt konsolidieren und die Sparrate der Privathaushalte erhöhen, Europa und Japan müssten mit Strukturreformen die Binnennachfrage ankurbeln.

Die G7 hatten die Finanzminister und Notenbankchefs aus China, Russland, Brasilien, Indien und Südafrika vor ihrem Treffen zu einem Gedankenaustausch getroffen. Sie begrüßten vor allem die Schritte Chinas zur Liberalisierung seines Währungssystems.

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