Ölpreis steigt weiter

- Wien - Der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) hat die Marke von 38 Dollar deutlich überschritten. Der so genannte Korbpreis für die sieben wichtigsten Rohölsorten des Kartells wurde am Freitag mit 38,69 Dollar für ein Barrel (159 Liter) notiert.

<P>Das war ein Sprung von 75 Cent im Vergleich zum Vortag, berichtete das OPEC-Sekretariat. Auch im Wochendurchschnitt verzeichnete OPEC-Öl einen rasanten Anstieg. Nach Angaben der OPEC lag der Preis in der vergangenen Woche mit 37,40 Dollar um 84 Cent über dem der Vorwoche.</P><P>Der Preis für Rohöl zur Auslieferung im September am New Yorker Warenterminmarkt Nymex (New York Mercantile Exchange) legte auf 43,92 Dollar je Barrel zu, wie die US- Wirtschaftsagentur Bloomberg am Montag berichtete. Am vergangenen Freitag hatte der Rohölpreis einen Stand von 43,80 Dollar je Barrel (159 Liter) erreicht.</P><P>Der Preis für ein Barrel Rohöl (159 Liter) der Nordseesorte Brent sank in London wieder unter 40 Dollar. Um 11.30 Uhr wurde der Brent-Future mit 39,82 Dollar gehandelt. Zum Handelsschluss am Freitag hatte der Preis noch bei 40,03 Dollar gelegen, nachdem er zuvor mit 40,05 Dollar das höchste Niveau seit 14 Jahren erreicht hatte. Anfang Oktober 1990 war der Brent-Future mit zeitweise 40,95 Dollar noch höher notiert worden. Verantwortlich für den hohen Ölpreis machen Experten die jüngsten Terrorwarnungen und die weltweit hohe Nachfrage.</P><P>Der Preis wird auch durch die Angst vor neuen Anschlägen auf Pipelines und die Erdölinfrastruktur im Nahen Osten hochgetrieben. Auch die Probleme von Yukos in Russland sowie die Angst vor Lieferunterbrechungen in Venezuela und Nigeria wirken sich nach Darstellung von Ölmarktexperten weiterhin aus.</P><P>Der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Norbert Walter, hatte zuvor gewarnt, der hohe Ölpreis sei eines der großen Risiken für die Weltwirtschaft. Die Preise lägen schon seit zwei Jahren auf einem Niveau, "dass durch Fundamentaldaten nicht gerechtfertigt werden kann", sagte er. An den Märkten werde erwartet, dass das Barrel Öl auch im kommenden Jahr teurer als 30 Dollar bleibe. Wenn das eintrete, "muss man Abstriche beim privaten Konsum und damit beim Wirtschaftswachstum machen", sagte Walter. Nach Einschätzung von Branchenbeobachtern werden durch den Ölpreis-Höhenflug auch die Benzinpreise in Deutschland weiter hoch bleiben.</P>

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