Ölpreis über 66 Dollar

- New York/London - Die wachsende Sorge vor einer Benzinknappheit in den USA hat den US-Ölpreis am Mittwoch wieder über die Marke von 66 Dollar je Barrel getrieben. Ein Barrel (159 Liter) leichtes US-Öl der Sorte WTI kostete zwischenzeitlich 66,45 US-Dollar und damit 1,38 Dollar mehr als bei Handelsschluss am Vortag. Der Preis für Öl der Nordseesorte Brent kletterte in London um 97 Cent auf 63,94 Dollar.

"Die Märkte beginnen allmählich zu realisieren, dass die Wirbelstürme in den USA heftige Raffinerie-Ausfälle verursacht haben", sagte Rohstoffexpertin Sandra Ebner von der DekaBank. Die Versorgung mit Benzin werde vor diesem Hintergrund "ein riesiges Problem". Die Ausfälle an Benzin, Heizöl und anderen Raffinerieprodukten summierten sich bis zum Jahresende auf bis zu 135 Millionen Barrel. Dem stünden nur etwa 20 Millionen Barrel aus der strategischen Reserve gegenüber. "Bei einer konservativen Schätzung klafft hier eine Lücke von 115 Millionen Barrel", sagte Ebner. Dies spiegele sich im kontinuierlichen Anstieg der Benzinpreise.

Auch Barclays Capital-Experte Kevin Norrish verweist auf die von "Rita" verursachten Schäden an den Raffinerien. Die zunächst aufgekommene Erleichterung verkehre sich in ihr Gegenteil. Am Markt wachse die Sorge, dass in den kommenden Wochen angesichts der Raffinerieausfälle die Möglichkeit einer ernsten Knappheit an Benzin und Heizöl entstehen könnte. Aus Sicht von Ebner sind leicht zu verarbeitende Rohölsorten angesichts der Knappheit an Raffineriekapazitäten in den USA derzeit besonders gefragt. Vor diesem Hintergrund lege der Preis dieser Sorten überproportional zu.

Die wöchentlichen Rohöllagerbestandsdaten aus den USA seien unterdessen durch die Wirbelstürme so stark verzerrt, dass deren Entwicklung einem puren Glücksspiel gleiche, sagte Ebner. Die US-Rohölvorräte sind nach Angaben des US-Energieministeriums vom Mittwoch in der abgelaufenen Woche erneut deutlich gesunken. Die Bestände gingen um 2,4 Millionen Barrel auf 305,7 Millionen Barrel zurück. Gleichzeitig sanken die Lagerbestände an Destillaten (Heizöl und Diesel) um 500 000 Barrel auf 133,6 Millionen Barrel, während die Benzinvorräte um 4,4 Millionen Barrel auf 199,8 Millionen Barrel kletterten.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Glassplitter in Tiefkühlpizza: Vorsicht vor diesem Produkt
Liebhaber von Tiefkühlpizza sollten gut aufpassen: Ein großer Hersteller ruft jetzt Mini-Pizzen zurück - in ihnen wurden Glassplitter gefunden.
Glassplitter in Tiefkühlpizza: Vorsicht vor diesem Produkt
Drogeriemarktkette dm startet Digitalisierungs-Offensive
Smartphone für alle - bei dm-Angestellten ist das bald Realität. Die weiter wachsende Drogeriemarktkette will Mitarbeiter digital fit machen. Das nutzt auch den Kunden. …
Drogeriemarktkette dm startet Digitalisierungs-Offensive
Tausende Jobs bei Siemens in Gefahr
Bei Siemens jagt ein Sparprogramm das nächste. Schon wieder könnten nun tausende Jobs wegfallen - in zwei Sparten, in denen Konzernchef Kaeser bereits kräftig den …
Tausende Jobs bei Siemens in Gefahr
Airbus feiert Erstflug des A330neo
Sparsamere Triebwerke und neue Flügel: Mit der Neuauflage des Langstrecken-Flugzeugs A330 will Airbus sich im Wettbewerb mit Boeings "Dreamliner" behaupten. Nun hebt der …
Airbus feiert Erstflug des A330neo

Kommentare