Ölpreis ungebremst auf Rekordkurs

- Frankfurt - Ein anhaltend hoher Ölpreis könnte nach Einschätzung der Dresdner Bank das Wirtschaftswachstum in Deutschland zum Erliegen bringen. "Wenn der Ölpreis ein halbes Jahr lang bei über 50 Dollar pro Barrel bleibt, werden wir ein ziemlich schwaches, stagnierendes erstes Halbjahr erleben", sagte der Chefvolkswirt der Allianz Gruppe und Dresdner Bank, Michael Heise.

<P>Er gehe zwar immer noch davon aus, dass die Preise wieder sinken und 2005 im Jahresdurchschnitt bei 35 Dollar pro Barrel liegen. Heise warnte jedoch davor, das Problem zu unterschätzen. "Ich wundere mich über die Gelassenheit bei einigen meiner Kollegen."</P><P>Die Bank rechnet für dieses Jahr mit einem Wirtschaftswachstum von 2,0 Prozent und 1,5 Prozent für 2005. Dieser Dämpfer sei bereits auf die Entwicklung der Ölpreise zurückzuführen. Mittelfristiger sei er wieder etwas zuversichtlicher, sagte Heise. </P><P>Unterdessen wurden gestern an den internationalen Rohölmärkten neue Rekordpreise erreicht. So kostete Opec-Öl erstmals über 46 US-Dollar je Barrel. Das waren 85 Cent mehr als am Freitag. Der US-Ölpreis kletterte erstmals über 54 US-Dollar, ebenfalls ein Höchststand. Die New Yorker Ölpreise haben damit innerhalb eines Monats um 27 Prozent und binnen zwölf Monaten um rund 70 Prozent zugelegt.</P><P> Analysten machten erneut die Streiks in der Erdölindustrie Nigerias und Norwegens sowie Produktionsausfälle im Golf von Mexiko für den dramatischen Anstieg verantwortlich. Auch der Steuer-Konflikt um den größten russischen Ölexporteur Yukos spiele im Hintergrund eine Rolle.</P>

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