Ölpreis zum Wochenbeginn etwas gesunken

New York/London/Wien - Der Ölpreis ist zum Wochenbeginn etwas gesunken. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) zur August-Lieferung ging bis Montagnachmittag um 2,28 auf 143,01 Dollar zurück.

Ein Fass der Nordseesorte Brent verbilligte sich um 95 Cent auf 143,45 Dollar. Am vergangenen Donnerstag hatten die Ölpreise Rekordstände von 145,85 Dollar (WTI) und 146,69 Dollar (Brent) markiert.

Marktbeobachter begründeten die jüngsten Preisrückgänge mit einer gewissen Entspannung des Konflikts um das iranische Atomprogramm. Der Iran hatte am Wochenende Verhandlungen angeboten, allerdings ohne die Urananreicherung in den Atomanlagen des Landes zu unterbrechen. "Die Lage im Iran hat sich etwas entspannt", kommentierte Rohstoffexperte Tony Nunan von der Handelssparte des japanischen Großkonzerns Mitsubishi. Jedes Anzeichen einer Entspannung zwischen den USA und Israel einerseits und dem Iran andererseits dürfte die Ölpreise drücken, sagte Nunan.

Etwas anders beurteilt dies Eugen Weinberg, Rohstoffexperte bei der Commerzbank. "Das weitere Abwärtspotenzial dürfte von den Nachrichten aus dem Iran begrenzt sein", unterstrich der Experte. Die jüngsten Preisrückgänge sieht Weinberg vor allem durch den wieder festeren Dollar ausgelöst.

So habe sich die Atompolitik des Iran trotz der angekündigten Gesprächsbereitschaft nicht grundsätzlich geändert. Weiterhin drohe der Iran im Falle eines Militärschlags der USA oder Israels mit der Sperrung der Straße von Hormus. Eine Blockade der Meerenge im persischen Golf, über die rund ein Fünftel der weltweiten Ölproduktion transportiert werden, sei zwar unwahrscheinlich. Dennoch dürfte die Drohung des Iran ausreichen, um die Risikoprämie beim Ölpreis hoch zu halten.

Unterdessen hat am Montag im japanischen Toyako das Gipfeltreffen der acht größten Industrienationen der Welt (G8) begonnen. Thema sind auch die Rekordölpreise, Inflationsgefahren und das iranische Atomprogramm. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte am Rande des Gipfels mehr Transparenz auf den Energiemärkten gefordert. Darüber hinaus kommen in Brüssel die Finanzminister des Euro-Gebiets zusammen, um über die Rekordinflation und den Höhenflug der Ölpreise zu beraten.

Der Preis für Rohöl der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) hat sich trotz eines leichten Rückgangs über 140 Dollar gehalten. Nach Berechnungen des OPEC-Sekretariats vom Montag kostete ein Barrel am Freitag 140,14 Dollar. Das waren 59 Cent weniger als beim Rekordstand am Donnerstag. Die OPEC berechnet ihren Durchschnittspreis auf der Basis von 13 wichtigen Sorten des Kartells.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

WLAN im Zug gefordert - Bahn verspricht stabilere Telefonate 
Berlin - Erst kostenloses Internet, bald auch Spielfilme. Die Bahn löst Versprechen für mehr Komfort beim Reisen ein - bisher aber vor allem im ICE. Jetzt muss der …
WLAN im Zug gefordert - Bahn verspricht stabilere Telefonate 
Markenrechte von Schlecker sollen verkauft werden
Düsseldorf - Schlecker will seine Markenrechte verkaufen. Das Insolvenzverfahren der Drogeriekette läuft noch. Die Verhandlungen dürften noch ein paar Jahre in Anspruch …
Markenrechte von Schlecker sollen verkauft werden
Minister: Neues Tierwohl-Siegel nicht zum Nulltarif zu haben
Agrarminister Schmidt nutzt die Bühne der Grünen Woche, um sein Tierwohl-Label vorzustellen. Es soll den Tieren, aber auch den Fleischkonsumenten helfen. Doch noch …
Minister: Neues Tierwohl-Siegel nicht zum Nulltarif zu haben
Gegenwind für Mays Brexit-Kurs in Davos
In Davos wirbt Premierministerin May für Großbritannien als Wirtschaftsstandort mit guten Handelsbeziehungen in alle Welt. Doch für ihren Brexit-Kurs gibt es auch …
Gegenwind für Mays Brexit-Kurs in Davos

Kommentare