Ölpreise fallen -"Gustav" etwas schwächer

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New York/London/Wien (dpa) - Trotz hoher Produktionsausfälle durch den Hurrikan "Gustav" sind die Ölpreise am Montag um mehr als einen Dollar gesunken.

Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im Oktober fiel auf 114,12 Dollar. Das sind 1,34 Dollar weniger als zum Handelsschluss am Freitag. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent sank um 1,41 Dollar auf 112,67 Dollar.

"Meldungen, das der Hurrikan "Gustav" nicht so stark wie befürchtet wird, haben den Ölpreisrückgang ausgelöst", sagte Carsten Fritsch, Rohstoffexperte bei der Commerzbank. Das amerikanische Hurrikan-Zentrum erwartet jetzt einen Hurrikan der Stufe drei, nachdem zuvor noch ein Hurrikan der Kategorie vier erwartet worden war.

Der Wirbelsturm bedroht die US-Ölförderanlagen am Golf von Mexiko und hat bereits jetzt die Produktion stark eingeschränkt. Nach einer Übersicht der US-Rohstoffbehörde Minerals Management Service (MMS) sind rund ein Drittel der Ölförderanlagen im Golf von Mexiko evakuiert worden. Rund drei Viertel der Ölproduktion und mehr als ein Drittel der Gasproduktion fallen damit aus. Die Wirtschaftsnachrichtenagentur Bloomberg berichtet sogar über den fast vollständigen Ausfall der Öl- und Gasförderung im Golf von Mexiko. Die USA beziehen beträchtliche Teile ihrer Energieversorgung aus der Region; die Förderleistung liegt bei 1,3 Millionen Barrel Öl pro Tag und soll in den kommenden Jahren auf 2,1 Millionen Barrel ausgedehnt werden.

Während die Förderung weitgehend lahm liegt, bemühen sich die Ölkonzerne, die Versorgung mit Benzin sicher zu stellen. Bislang sei trotz der erhöhten Nachfrage durch die flüchtende Bevölkerung die Versorgung an den meisten Tankstellen in der Region noch gewährleistet, teilte Shell mit.

Vor allem entlang der Routen zur Evakuierung werde Shell die Stationen offen halten, so lange es mit der Sicherheit der Anlagen vereinbar sei. Einige Stationen an den stark genutzten Straßen hätten allerdings kein Benzin mehr. BASF hat nach Angaben eines Sprechers einige Anlagen heruntergefahren: "Das ist eine Vorsichtsmaßnahme." Betroffen sei der Standort Port Arthur in Texas. Auch Bayer sieht derzeit keines seiner Werke in Gefahr. Der nächstgrößere Standort Baytown in Houston/Texas liege nicht in der unmittelbaren Gefahrenzone.

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