Brexit: London und Brüssel sind sich einig über künftige Beziehungen

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Am Rohölmarkt werden die neuesten politischen Entscheidungen mit Spannung erwartet. Foto: Kay Nietfeld/Archiv

Iran-Entscheidung im Blick

Ölpreise geben deutlich nach

Die Märkte warten auf die Entscheidung von Donald Trump über die Zukunft des Atomabkommens mit dem Iran. Ein schärfere Gangart dürfte weitreichende Folgen für den Ölmarkt haben.

New York/London (dpa) - Die Ölpreise sind am Dienstag vor der mit Spannung erwarteten Entscheidung von US-Präsident Donald Trump zum Atomabkommen mit dem Iran deutlich gefallen.

Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juli kostete zuletzt 74,64 US-Dollar. Das waren 1,50 Dollar weniger als am Montag.

Der Preis für ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im Juni fiel um 1,71 Dollar auf 69,00 Dollar. Am Montag hatten beide Rohölsorten einen dreieinhalbjährigen Höchststand erreicht.

Am Rohölmarkt blicken die Investoren am Dienstag fast ausschließlich in Richtung USA. US-Präsident Trump hat angekündigt, gegen 20.00 Uhr MESZ seine Entscheidung über das Atomabkommen mit dem Iran bekanntzugeben. Nach einem Bericht der New York Times, laut denen Trump alle ausgesetzten US-Sanktionen gegen den Iran wieder einführen wird, erholten sich die Ölpreis zwar ein wenig von noch stärkeren Verlusten. Sie notierten jedoch weiter deutlich im Minus. Damit würden sich die USA praktisch aus dem Atomabkommen mit dem Iran zurückziehen. Der Schritt wäre die härtest mögliche Gangart der USA in der Frage.

Dies könnte weitreichende Folgen für den Ölmarkt haben. Schon jetzt gilt das Angebot als knapp. Das liegt zum einen an einer seit Anfang 2017 geltenden Fördergrenze der Opec. Zum anderen ist die Förderung in dem ölreichen Krisenstaat Venezuela eingebrochen. Hinzu kommt eine solide wachsende Weltwirtschaft, die für eine steigende Nachfrage nach Erdöl sorgt. Das ohnehin knappe Rohölangebot droht damit, weiter zu fallen. Das könnte steigende Rohölpreise nach sich ziehen.

Rohstoffexperten der Commerzbank teilen diese Sorgen allerdings nicht ganz. Sie argumentieren, dass die USA kaum Erdöl aus dem Iran importierten. Vielmehr gehe iranisches Rohöl vor allem nach Asien und Europa. "Bis auf die USA wollen aber alle anderen Unterzeichner des Atomabkommens an der Vereinbarung festhalten", heißt es in einem Kommentar. "Die Erwartung vieler Marktteilnehmer, dass durch neue US-Sanktionen gegen den Iran automatisch auch weniger iranisches Öl an den Markt gelangt, könnte sich daher als nicht zutreffend erweisen."

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