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Gestapelte Ölfässer. Öl aus der Nordsee war am Montag so billig wie seit elf Jahren nicht mehr.

Verbraucher sparen Milliarden

Ölpreise sinken weiter

New York/Wien - Es geht weiter abwärts: Die Preise für Rohöl geben zum Wochenbeginn abermals nach. Weil auch Benzin und Heizöl billiger werden, sparen Verbraucher Milliarden. Doch am Ölmarkt selbst ist die Stimmung mies.

Der massive Verfall der Ölpreise beschleunigt sich und dürfte auch die Kosten für Sprit und Heizöl weiter niedrig halten.

Nachdem sie schon Anfang Dezember nach einem Ministertreffen des Opec-Kartells erneut abgerutscht waren, gingen die Preise für das "schwarze Gold" kurz vor Weihnachten nun noch deutlicher in den Keller. Eine Trendwende ist laut Experten nicht in Sicht.

Öl aus der Nordsee war so billig wie seit elf Jahren nicht mehr. Ein Barrel (159 Liter) der Sorte Brent zur Lieferung im Februar kostete zwischenzeitlich 36,17 US-Dollar - seit 2004 war es nicht so günstig gewesen. Der Preis für ein Fass der US-amerikanischen Sorte WTI mit Liefermonat Februar sank bis auf 35,56 Dollar.

Weil sich die geringeren Weltmarkt-Preise auch auf Endprodukte wie Benzin oder Heizöl auswirken, können Verbraucher derzeit kräftig sparen. Autofahrer etwa profitieren stark von der Entwicklung: Der Dieselpreis, der während des Jahres meist zwischen 1,10 und 1,20 Euro je Liter lag, ging zuletzt auf weniger als einen Euro zurück. Auch Superbenzin und Heizöl sind vielerorts sehr günstig.

Analysten bezeichnen die Stimmung am Ölmarkt als unverändert schlecht, eine Erholung sei nicht absehbar. "Es hat kein signifikantes Zeichen einer anziehenden Nachfrage gegeben, und wir haben keine bedeutenden Rückgänge bei der Produktion gesehen", sagte Ric Spooner vom australischen Finanzdienstleister CMC Markets.

Grundsätzlich haben die Ölförderländer und die großen internationalen Rohstoffkonzerne mit einem überhöhten Angebot auf dem Weltmarkt bei gleichzeitig abflauender Nachfrage zu kämpfen. Die Nachwehen des jüngsten Treffens der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) in Wien sorgten für zusätzlichen Druck, meinte Frank Schallenberger, Rohstoffexperte bei der Landesbank Baden-Württemberg.

Die Mitgliedstaaten hatten sich nicht auf eine Förderbegrenzung einigen können. Der Einfluss des zur Monatsmitte abgeschlossenen und weitgehend als Erfolg gewerteten Pariser Klimaabkommens auf die Ölpreise sei dagegen nur gering, sagte Schallenberger.

Allein in diesem Jahr verbilligte sich Öl bisher um rund 37 Prozent - 2015 wird das dritte Jahr stark fallender Preise in Folge. "Eine Trendwende ist nicht in Sicht", so Schallenberger. Auch Spekulanten setzten weiter auf fallende Preise. "Die Stimmung am Ölmarkt ist so schlecht, dass sie kaum noch schlechter werden kann." Der von der Opec selbst ermittelte sogenannte Korbpreis für die zwölf wichtigsten Sorten legte nach Auskunft des Kartells immerhin leicht zu.

dpa

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