Ölpreise treiben Inflation nach oben

- Wiesbaden - Die rasant gestiegenen Preise für Benzin und Heizöl haben die Inflation in Deutschland im September auf den höchsten Stand seit mehr als vier Jahren getrieben. Die Teuerungsrate bei den Verbraucherpreisen lag im Vergleich zum Vorjahresmonat bei voraussichtlich 2,5 Prozent nach 1,9 Prozent im Vormonat, teilte das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mit. Zuletzt war ein so hoher Anstieg im Juni 2001 verzeichnet worden.

Die jährliche Teuerungsrate ist damit deutlich über die Zwei-Prozent-Marke geklettert, die bei der Europäischen Zentralbank (EZB) als Warnschwelle für die Preisstabilität gilt.

Heizöl kostete im September bis zu 45 Prozent mehr als vor einem Jahr. Das ergab eine Schätzung auf der Grundlage der Daten aus sechs Bundesländern. Benzin waren bis zu 19 Prozent teurer. Grund für den Sprung im September ist auch ein statistischer Effekt, denn im September 2004 waren die Preise für Heizöl und Kraftstoffe vorübergehend gesunken.

Der Anstieg von Monat zu Monat, der für das persönliche Empfinden der Inflation eine größere Rolle als der Jahresvergleich spielt, lag von August auf September 2005 bei 0,4 Prozent.

In einzelnen Bundesländern schoss der Preisanstieg kräftig über die EZB-Warnmarke hinaus: In Sachsen lag er im September sogar bei 3,1 Prozent und erreichte damit den höchsten Stand seit acht Jahren.

Neben den in die Höhe geschnellten Energiepreisen machte sich die erneute Erhöhung der Tabaksteuer um 1,2 Cent je Zigarette zum 1. September bemerkbar. Dagegen waren Computer und Fernseher deutlich günstiger. Auch Kleidung kostete vielerorts weniger als noch vor einem Jahr. Die endgültigen Ergebnisse für ganz Deutschland veröffentlichen die Statistiker erst Mitte Oktober.

Die Notenbanker der EZB kommen am 6. Oktober in Athen zu neuen Beratungen zusammen. Wegen der relativ niedrigen Teuerung der vergangenen Jahre sind die Leitzinsen für den Euro-Raum seit Juni 2003 nicht mehr verändert worden.

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