Ölpreise ziehen wieder an

- Hamburg - Die Entspannung auf den internationalen Ölmärkten war nur von kurzer Dauer. Am Montag kletterten die Preise wegen der andauernden Unruhen im Irak wieder. Auch die Benzinpreise legten in Deutschland erneut zu.

<P>Der Ölpreise bewegte sich in New York zum Wochenanfang wieder nach oben. Händler befürchteten mögliche Anschläge auf irakische Ölinstallationen und Lieferunterbrechungen. Der Oktober-Kontrakt stieg am Montag um 0,42 Cent auf 47,14 Dollar je Barrel. Am Freitag hatte der Preis zunächst fast die 50-Dollar-Marke erreicht, bevor er dank der Entspannung im Konflikt in der irakischen Stadt Nadschaf kräftig auf unter 48 Dollar je Barrel (159 Liter) nachgegeben hatte. Auch in London legte der Preis für Nordseeöl im frühen Handel um 0,38 Dollar auf 43,92 Dollar je Barrel wieder zu.</P><P>In Deutschland ist Tanken am Montag wieder teurer geworden. Tankstellen-Marktführer Aral erhöhte die Preise für Benzin um drei Cent und für Diesel um vier Cent je Liter, teilte ein Konzernsprecher in Bochum mit. Damit kostet ein Liter Superkraftstoff im bundesweiten Durchschnitt knapp 1,20 Euro, ein Liter Diesel gut einen Euro. Diese Preise liegen nur wenig unter dem Höchstniveau, das in der vergangenen Woche erreicht wurde.</P><P>Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) kostet jetzt mehr als 43 Dollar. Wie das Sekretariat der Organisation am Montag mitteilte, lag der Preis am Freitagabend bei 43,16 Dollar, 56 Cents mehr als am Vortag. Der OPEC-Durchschnittspreis für die vergangene Woche stieg auf 41,95 Dollar (plus 1,86 Dollar).</P><P>Die Mineralölkonzerne in Deutschland haben unterdessen auch dank der starken amerikanischen Einkäufe von Benzin und anderen Ölprodukten in Europa im vergangenen Jahr gut verdient. Das operative Ergebnis betrug elf Euro je Tonne und lag damit deutlich höher als im Jahr zuvor, als nur fünf Euro je Tonne erreicht wurden, teilte das Energiewirtschaftliche Institut an der Universität zu Köln (EWI) mit. Auch im langfristigen Vergleich der vergangenen 30 Jahre sei es der Industrie nur sehr vereinzelt gelungen, mehr als zehn Euro je Tonne zu verdienen.</P><P>Die Verbesserung der Ertragslage führt das EWI auf bessere Erlöse bei sämtlichen Produkten außer dem schweren Heizöl zurück, während die Kosten fast stabil blieben. Von besonderer Bedeutung sei der Importsog der USA gewesen. Die USA haben in Europa Benzin und andere Ölprodukte gekauft und dadurch die Preise hoch getrieben, was besonders den Raffinerien höhere Erlöse verschafft hat.</P>

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