Ölreserven so hoch wie noch nie

- Hamburg - Die Welt hat so viel Öl zur Verfügung wie noch nie. Im vergangenen Jahr kletterten die Ölreserven um vier Prozent auf 172 Milliarden Tonnen, teilte der Mineralölwirtschaftsverband (MWV) mit.

<P>Zu diesem neuen Rekordstand habe vor allem eine neue Bewertung der Reserven des Iran beigetragen, die um 40 Prozent auf 17,2 Milliarden Tonnen stiegen. Damit verdrängte der Iran den Irak vom dritten Rang der ölreichsten Länder. An der Spitze bleibt Saudi-Arabien, wo ein Fünftel der Reserven liegt, vor Kanada.</P><P>Die Welt-Ölreserven umfassen alle Vorräte, die durch Bohrungen bestätigt sind und mit heutiger Technik zu aktuellen Preisen wirtschaftlich gefördert werden können. Darüber hinaus gibt es große Mengen weiteres Öl in der Erdkruste, das nach und nach förderbar wird. Dies kann durch neue Technologien geschehen, aber auch durch steigende Preise, die die Ausbeutung von Reserven ermöglichen, deren Förderung gegenwärtig noch unwirtschaftlich wäre.</P><P>Auch durch die aktuellen Entwicklungen bei Förderung und Verbrauch verändern sich die wirtschaftlichen Reserven in jedem Jahr. Ermittelt werden die Daten jährlich vom US-amerikanischen Fachblatt "Oil & Gas Journal". Bereits im Jahr 2002 waren die weltweiten Ölreserven durch die Neubewertung der kanadischen Ölstände stark angestiegen.</P><P>Die weltweite Ölförderung hat sich nach den ersten Berechnungen des Fachmagazins im abgelaufenen Jahr um vier Prozent auf 3,4 Milliarden Tonnen erhöht, heißt es in der Mitteilung des Verbandes. Mit einer deutlichen Zunahme seiner Produktion um 23 Prozent auf 422 Millionen Tonnen nimmt Saudi-Arabien nun den ersten Rang unter den weltweit größten Ölförderstaaten ein, gefolgt von Russland, das seine Förderung um elf Prozent auf 411 Millionen Tonnen steigerte.</P><P>Die europäischen Quellen - vor allem in der Nordsee - sprudelten dagegen weniger ergiebig als im Jahr zuvor; die Förderung ging im Jahr 2003 um fünf Prozent auf 301 Millionen Tonnen zurück. Europa beherbergt mit rund drei Milliarden Tonnen Öl weniger als zwei Prozent der weltweiten Reserven.</P>

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