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Michael Kemmer rechnet mit einem Gewinn im ersten Halbjahr.

Bayern-LB:

Österreich-Tochter zieht Landesbank nach unten

München – Die österreichische Tochter Hypo Alpe Adria zieht die Landesbank weiter nach unten. Die besonders starke Rezession in Südosteuropa werde das Gesamtergebnis der Bank massiv belasten, deuteteBayernLB-Vorstandschef Michael Kemmer an.

Vermutlich bleibt das Institut 2009 in den roten Zahlen. Die Risikovorsorge für Kreditausfälle dürfte heuer noch stark steigen.

Für das erste Halbjahr erwartet Kemmer insgesamt positive Daten. Die genauen Zahlen gibt es erst im August. Kemmer kündigte an, alle Gewinnkennziffern – auch nach Steuern – seien positiv.

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BayernLB erwirtschaftet positives Ergebnis

Risiken von bis zu 95 Milliarden Euro wurden in eine eigene Restrukturierungseinheit gepackt. Darunter ist alles, was nicht mehr ins neue, auf Bayern fokussierte Geschäftsmodell passt, auch Schiffs- und Flugzeugfinanzierungen und die desaströse US-Immobilienfinanzierung.

Die inzwischen nahezu staatliche Bank steckt tief in der Krise. Der Freistaat hatte die BayernLB 2008 mit zehn Milliarden Euro gestützt und eine harte Sanierung angeordnet.

Weltweit fallen rund 5600 der 20 000 Jobs weg. 1000 werden in den nächsten vier Jahren im Kernbereich der Bank gestrichen. Für rund 500 davon seien Auflösungsverträge unterschrieben, sagte Kemmer. Er schließt aber betriebsbedingte Kündigungen nicht aus. Weitere Stützungsmaßnahmen durch den Staat stehen offenbar nicht an. Kemmer sagte, die Bank sei für eine weitere Verschärfung der Krise im laufenden Jahr gewappnet. Die Kernkapitalquote liege bei zehn Prozent.

In zehn Tagen wird der neue Verwaltungsrat seine Arbeit aufnehmen. Derzeit läuft eine Untersuchung des Landtags, ob die CSU-Politiker, die in den Vorjahren die Bank beaufsichtigten, versagt haben. Dem neuen Verwaltungsrat sollen nun neben sieben Politikern und Bankern vier externe Experten angehören. Finanzminister Georg Fahrenschon bestätigte einen Bericht unserer Zeitung, wonach der frühere Währungsfonds-Manager Gerd Häusler und der Steuerprofessor Georg Crezelius in den Verwaltungsrat einziehen.

Georg Fahrenschon sieht eine Zäsur im neuen Verwaltungsrat.

Zudem beaufsichtigen der Chef der Verlagsgruppe Passau, Axel Diekmann, und der frühere Wacker-Manager Klaus von Lindeiner die Bank. Lindeiner ist auch FDP-Schatzmeister, handelte den Koalitionsvertrag mit aus und war Wunschkandidat von Wirtschaftsminister Martin Zeil. Wie viel die Verwaltungsräte verdienen, ließ Fahrenschon offen. Die vier Minister und Beamten im Gremium müssen das Salär an den Staat abführen. Fahrenschon bekräftigte, mittelfristig wolle Bayern die Kontrollmehrheit abgeben. Ob durch Verkauf oder Fusion, ließ er offen.

SPD-Fraktionschef Franz Maget regte indes eine Sondersitzung des Landtags an. Er fühlt sich durch die Informationen über die Restrukturierungseinheit getäuscht. Offenbar seien die Risiken höher als bisher bekannt.

Christian Deutschländer

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