Österreich will Strom nach Deutschland liefern

Berlin/Düsseldorf - Österreich bereitet sich darauf vor, im Winter die Stromversorgung in Deutschland zu sichern. Dafür werden extra zusätzliche Kraftwerks-Kapazitäten bereitgehalten.

Österreichs Energiekonzerne bereiten sich auf einen harten Winter in Deutschland vor: Ihre Reserve-Kraftwerke sollen dann zu Spitzenzeiten die Stromversorgung der Deutschen sichern, berichtet das “Handelsblatt“ am Donnerstag.

Die beiden größten Stromkonzerne des Landes, die Verbund AG und die Energieversorgung Niederösterreich (EVN), sowie die Stadtwerke aus Wien hielten zusätzliche Kraftwerks-Kapazitäten bereit. Besonders im Großraum Wien ständen gas- und ölbetriebene Kraftwerksblöcke, die hochgefahren werden könnten, wenn ein extrem strenger Winter den Strombedarf in Deutschland plötzlich in die Höhe treibt. Damit könne eine Leistung von knapp 1100 Megawatt bereit gestellt werden, etwa um die Strommenge auszugleichen, wenn ein deutsches Kernkraftwerk abgeschaltet werde.

Die Atomkraftwerke in Deutschland und Europa

Die Atomkraftwerke in Deutschland und Europa

“Mit den Kapazitäten aus Österreich schafft man die erforderliche zusätzliche Sicherheit, um für den Fall der Fälle vorbereitet zu sein“, sagt Verbund-Vorstandschef Wolfgang Anzengruber dem Blatt. Im Winter steigt der Strombedarf regelmäßig an, zudem gibt es in der kalten Jahreszeit weniger Strom aus erneuerbarer Energie. Die Stromnetze in Deutschland und Österreich seien besonders eng miteinander verknüpft. Sollte es zu Versorgungsproblemen in der Bundesrepublik kommen, könnte sich der Engpass auch auf Österreich ausdehnen und dort zu Stromausfällen führen, schreibt das Blatt.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Trump geht auf Konfrontationskurs zu Peking
Washington - Kurz nach ihrem Amtsantritt hat die neue US-Regierung klar gemacht, dass sie im Verhältnis zu China keinem Streit aus dem Weg gehen wird:
Trump geht auf Konfrontationskurs zu Peking
EU-Handelsausschuss macht Weg für Ceta frei
Brüssel - Das europäisch-kanadische Handelsabkommen Ceta hat die nächste Hürde genommen. Der zuständige Ausschuss im Europaparlament stimmte am Dienstag für den …
EU-Handelsausschuss macht Weg für Ceta frei
BayernLB-Chef: Europa droht Bankensterben
München - Europa droht nach Einschätzung von BayernLB-Chef Johannes-Jörg Riegler wegen verschärfter Regulierung ein großes Bankensterben.
BayernLB-Chef: Europa droht Bankensterben
Etihad-Chef Hogan geht - Beteiligungen auf dem Prüfstand
Machtwechsel bei Etihad: Konzernchef James Hogan verlässt die arabische Airline. Nun überprüft der Air-Berlin-Großaktionär auch seine Beteiligungen an anderen …
Etihad-Chef Hogan geht - Beteiligungen auf dem Prüfstand

Kommentare