Österreicher haben es auf Staatsforst abgesehen

- Landsberg am Lech - Die österreichische Holzindustrie bereitet sich auf massiven Holzabbau auch in bayerischen Staatsforsten vor. Nur zwei Wochen nach der Ankündigung von Binder Holz, in Ingolstadt für 150 Millionen Euro ein neues Sägewerk zu bauen, teilte die Klausner-Gruppe aus St. Johann in Tirol mit, bis Anfang 2006 rund 65 Millionen Euro in ein Säge- und Hobelwerk in Landsberg am Lech zu investieren. 350 neue Arbeitsplätze seien dort geplant. Klausner ist nach eigenen Angaben die fünftgrößte Sägewerkgruppe in Europa.

Sein Holz will das Unternehmen aus dem bayerischen Staatsforst und dem Privatwald der Umgebung beziehen, erklärte Leopold Stephan, Geschäftsführer der Klausner Holz Bayern GmbH. Beim Start des Sägewerks sollen jährlich rund 1,5 Millionen Festmeter verarbeitet werden. Es bestehe aber die Möglichkeit, die Kapazität mittelfristig zu verdoppeln. In einem Hobelwerk will Klausner außerdem das getrocknete Schnittholz direkt vor Ort weiterverarbeiten.<BR><BR>Das Unternehmen ist stark exportorientiert. Für den Standort Landsberg am Lech sei ein Exportanteil von über 90 Prozent geplant, hieß es. Die wichtigsten Absatzmärkte liegen in den USA, Australien und Asien. Bayerns Forstminister Josef Miller nannte die Ansiedlung des Sägewerks eine "Chance für Oberbayern und Schwaben". Nach einem jahrelangen Rückgang der Beschäftigtenzahlen in der Holzwirtschaft sei nun mit neuen Arbeitsplätzen zu rechnen, sagte Miller. Positiv reagierte auch der Bayerische Waldbesitzerverband auf die Entscheidung. Bayern hat eine Waldfläche von über 2,5 Millionen Hektar.<BR><BR>Die 1918 in St. Johann gegründete Klausner-Gruppe betreibt in den neuen Bundesländern drei Sägewerke und beschäftigt in Deutschland Firmenangaben zufolge über 1000 Mitarbeiter. Der konsolidierte Umsatz lag zuletzt bei rund 420 Millionen Euro. Der österreichische Holzkonzern Binder will ebenfalls Anfang 2006 in Ingolstadt ein neues Sägewerk und mehrere Hobelwerke in Betrieb nehmen. 500 neue Arbeitsplätze sind dort geplant. "Die hervorragende Partnerschaft zwischen der Firma Binder und dem Bayerischen Forst sowie das hohe Rohstoffpotenzial machen Bayern zum idealen geographischen Standort für ein Holzkompetenzzentrum", teilte das Unternehmen mit. Außerdem stehe in Bayern fachlich kompetentes Personal für die Holzbearbeitung und Holzverarbeitung zur Verfügung.

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