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Der Oetker-Konzern hat bei Bionade 51 Prozent übernommen. 

Oetker nimmt großen Schluck von Bionade

Hamburg/Ostheim - Tiefkühlpizza aus Bielefeld und Szenelimo aus Franken unter einem Dach: Das Kultgetränk Bionade wird als eigenständige Marke in den Oetker-Konzern integriert.

Bionade-Gründer Peter Kowalsky sagte am Freitag in Hamburg zu dem Deal: Hintergrund sei, “dass wir im Ausland neue Märkte erschließen wollen, und dafür in Deutschland alleine nicht genügend Marge machen können“.

Die zum Oetker-Konzern gehörende Radeberger-Gruppe hat eine 51-Prozent-Mehrheit von Bionade gekauft. Damit übernimmt der Konzern den Anteil, der seit 2002 der Schindel Holding und ihrem Getränkehersteller Mineralbrunnen Rhönsprudel gehörte. Nach Aussage von Firmengründer Kowalsky war der bisherige Mehrheitseigner zu einer weiteren Internationalisierung der Marke nicht bereit, nachdem bereits erste Expansionsversuche in Österreich, Schweiz und den Benelux-Ländern unternommen wurden.

In der neuen Bionade-Holding sollen die beiden Brüder und Bionade-Gründer Peter und Stephan Kowalsky lediglich 30 Prozent der Anteile besitzen. Radeberger dagegen bringt sich mit 51 Prozent an der Hauptmarke Bionade und 70 Prozent in der Holding ein. Dennoch sollen neben einem dritten Geschäftsführer von Radeberger die Brüder das gesamte Unternehmen leiten. Nach eigenen Angaben haben sie bei den neuen Mehrheitseigner ihr etabliertes Marktingkonzept durchgesetzt.

Zugang zum Weltmarkt über Clubs und Bars

Wie zu Beginn in Deutschland soll die gegorene Bio-Limonade zunächst in trendigen Clubs und Bars europäischer Metropolen angeboten werden. “Wir haben Städte ausgesucht, die einen Trend auslösen können“, sagte Kowalsky. Dieses Marktingkonzept nehme zwar mindestens fünf Jahre in Anspruch, bewirke aber, dass sich der Titel nachhaltig festsetze. In Deutschland hat Bionade jedoch inzwischen mit einer Reihe von ähnlichen Konkurrenzprodukten zu kämpfen. Zum Stand der Übernahme sagte Radeberger-Sprecher Albert Christmann: “Die Verträge sind unterschrieben, unter dem Vorbehalt einer Zustimmung durch das Kartellamt.“ Zum Kaufpreis machten weder Christmann noch Kowalsky Angaben. Medienberichten zufolge soll Radeberger aber 20 Millionen Euro für die Bionade-Anteile gezahlt haben.

Bis zu 25 Prozent Absatzrückgang 2009

Für den Unternehmenssitz und die 170 Mitarbeiter von Bionade soll sich durch die neuen Miteigentümer nicht viel ändern. Die Produktion soll Kowalsky zufolge weiterhin im fränkischen Ostheim bleiben, abgefüllt wird aber auch an anderen Standorten, gerade wenn ins Ausland exportiert wird. Bionade erlebte im Jahr 2009 einen Umsatzeinbruch, nachdem das Unternehmen die Preise für seine Getränk erhöht hatte. 2008 erzielte die Firma einen Umsatz von 40 Millionen Euro. Die Zahlen für 2009 lägen noch nicht vor, sagte Kowalsky. “Wir gehen aber im Moment davon aus, dass wir für das laufenden Jahr mit etwa 20 bis 25 Prozent Absatzrückgang im Vergleich zu 2008 rechnen müssen“, räumte der Firmenchef ein. In den Jahren 2002 bis 2007 konnte Bionade seine Produktion von 1,5 auf 200 Millionen Flaschen steigern.

ap

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