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Ohne deutschen Pass gibt es kaum Aussichten auf einen Ausbildungsplatz.

Ländermonitor berufliche Bildung 2017

Ohne deutschen Pass gibt es kaum Aussichten auf einen Ausbildungsplatz

Die Chancen auf einen Ausbildungsplatz sind für viele junge Menschen ohne Abitur in Deutschland deutlich schlechter. Wer es aber besonders schwer hat, offenbart eine aktuelle Bertelsmann-Studie.

Düsseldorf - Ausländische Jugendliche sowie Hauptschüler haben in Deutschland nur trübe Aussichten auf einen Ausbildungsplatz. Laut einer am Montag veröffentlichten Studie der Bertelsmann-Stiftung kommt bundesweit gut die Hälfte aller „Jugendlichen ohne deutschen Pass“ nicht an eine Ausbildungsstelle im dualen System oder Schulberufssystem. Jugendliche mit einem Hauptschulabschluss oder ohne Schulabschluss haben es genauso schwer.

Der „Ländermonitor berufliche Bildung 2017“ - die zweite Ausgabe dieser Bertelsmann-Studie - betrachtet die Ausbildungssituation in Deutschland sowie in jedem einzelnen Bundesland zwischen 2007 und 2016.

Mit Blick auf die Gruppe der Jugendlichen ohne deutsche Staatsbürgerschaft, die Flüchtlinge einschließt, betonte Jörg Dräger als Vorstand der Bertelsmann-Stiftung die Wichtigkeit der Integration. Hier leisteten die Bundesländer mit Sonderprogrammen wie Sprachkursen einen wichtigen Beitrag.

„Die beruflichen Schulen übernehmen zunehmend integrations- und sozialpolitische Aufgaben - dafür müssen sie finanziell, technisch und personell ausgerüstet werden“, sagte Dräger. Eine „Frage der Gerechtigkeit“ sei es zudem, Hauptschülern den Zugang zu Ausbildungsplätzen zu erleichtern. „Denn wer Abitur macht, hat einen Ausbildungsplatz praktisch sicher. Wer einen Haupt- oder mittleren Schulabschluss hat, geht dagegen auf dem Arbeitsmarkt häufig leer aus“, erklärte Dräger.

Hier ist die Ausbildungssituation besonders dramatisch

Insgesamt wurden 2016 laut der Studie bundesweit von den Betrieben 80.000 duale Ausbildungsplätze weniger angeboten als noch 2007. Und die Zahl der Bewerber ging in diesem Zeitraum um 155.000 zurück. Als „besonders dramatisch“ wird der Rückgang der dualen Ausbildung in den östlichen Bundesländern bewertet, in denen zwischen 2007 und 2016 die Zahl der Ausbildungsplätze um 40 Prozent und der Bewerber um 46 Prozent gefallen sei.

Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) hatte am vergangenen Mittwoch zur Vorstellung der neuesten Zahlen vom Ausbildungsmarkt die guten Chancen junger Menschen auf einen Ausbildungsplatz betont. Laut ihrem Haus ist die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge in diesem Jahr leicht auf 523.300 gestiegen. Es sind damit 3000 mehr als im Vorjahr. Die Zahlen des Bundesbildungsministerium zur Entwicklung im Teilbereich duale Ausbildung sind laut Bertelsmann-Stiftung nicht im „Ländermonitor“ 2017 berücksichtigt.

Hauptschüler brauchen eine Chance

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) rief die Betriebe auf, mehr Hauptschülern eine Chance zu geben. „Es birgt sozialen Sprengstoff, wenn Unternehmen lauthals über einen vermeintlichen Azubi-Mangel klagen, sich aber von Hauptschülern abwenden“, meinte Vizechefin Elke Hannack. „Nicht einmal jeder zweite Jugendliche mit Hauptschulabschluss schafft den direkten Sprung in Ausbildung. Die Betriebe müssen sich diesen Jugendlichen wieder öffnen.“

dpa

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