Ohne Gebühr, aber mit Kreditkarte: Welches Girokonto am günstigsten ist

- Hier mal 1,50 Euro für eine Beleg-Überweisung, da mal 55 Cent für den monatlichen Kontoauszug - viele Verbraucher zahlen für ihr Girokonto ordentlich Gebühren. Doch es geht auch anders: Einige Institute verwalten das Geld ihrer Kunden völlig kostenlos, mitunter gibt's neben der EC- noch eine Kreditkarte umsonst dazu. Ein Wechsel kann sich lohnen.

Für das Konto zahlen muss nicht sein, haben die Verbraucherschützer der Stiftung Warentest in Berlin herausgefunden. Die unabhängigen Experten recherchierten 34 Giroangebote, bei denen Kunden keine Grundgebühr für die Kontoführung zahlen müssen und eine kostenlose EC-Karte erhalten, wie es in der aktuellen Ausgabe des Magazins "Finanztest" heißt. Manchen Konsumenten sollte das zu denken geben, denn zugleich errechneten die Warentester in Einzelfällen jährliche Kosten von bis zu 170 Euro.

Eine Übersicht über einige der Gratisofferten enthält die Tabelle rechts. Wesentlicher Unterschied: Bankgeschäfte umsonst gibt's oft nur, wenn regelmäßig Gehalt oder Rente eingehen. Manche Angebote wie das von der GE Money Bank kommen deswegen für Selbstständige nur bedingt in Frage. Andere Konten sind nur umsonst, wenn die Verwaltung via PC oder Telefon abgewickelt wird, wie bei der 1822direkt oder der Sparda-Bank München.

Von den deutschlandweit aktiven Banken fanden die Warentester lobende Worte für die Angebote der Wüstenrot Bank, der HypoVereinsbank (HVB) und der Deutschen Kreditbank (DKB), die zur BayernLB gehört. Diese Häuser bieten nicht nur das Girokonto nebst EC-Karte und Beleg-Überweisung zum Nulltarif, sondern auch eine Kreditkarte. Ebenso attraktive Konditionen bei den bayerischen Regionalbanken stellten die Tester lediglich bei der Sparda-Bank München fest.

Die Verbraucherschützer raten jedem zu einem Wechsel, der inklusive Kreditkarte mehr als 80 Euro im Jahr für sein Filialkonto zahlt. Für ein Internetkonto sollten es nicht mehr als 40 Euro sein. Dabei sollten Konsumenten nicht die mit einem Umstieg verbundenen Formalitäten scheuen, da viele Banken den Neukunden gerne unter die Arme greifen und etwa die neuen Kontodaten an Vermieter oder Arbeitgeber verschicken. "Um sicherzugehen, dass keine Fehler passieren, sollten Wechsler aber das alte und neue Konto für einige Wochen parallel führen", empfiehlt die Stiftung Warentest.

Bevor der Eröffnungsantrag unterschrieben wird, sollten die Verbraucher außer der Gebührenstruktur auch andere Konditionen prüfen. So spricht etwa für das "Willkommenskonto" der HVB, dass Guthaben bis 1500 Euro mit drei Prozent verzinst werden. Zudem bekommen Kunden seit der Unicredit-Übernahme auch in Italien und Österreich gebührenlos Geld am Automaten. Noch besser fahren in puncto Verfügbarkeit DKB-Kunden: Mit der Visa-Karte gibt's an allen Geldmaschinen weltweit umsonst Bares. Wer bei Wüstenrot und Sparda unterschreibt, kann nur an 2300 Automaten in Deutschland abheben.

Wer auf seinem Girokonto öfters rote Zahlen schreibt, sollte auch einen Blick auf die Kosten für den Dispokredit werfen. In dieser Disziplin schlägt die DKB mit 7,90 Prozent Dispo-Kosten alle anderen Angebote. Gut schneiden auch die 1822direkt (10,25 Prozent) und die HVB (10,95 Prozent) ab.

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