Ab Oktober droht wieder Streik bei der Deutschen Bahn

Berlin - Bei der Deutschen Bahn drohen schon ab Oktober wieder Streiks der Lokführer. Die Gewerkschaft GDL wies ein neues Tarifangebot des Konzerns als unzureichend zurück und nannte das Verhalten der Arbeitgeberseite eine Provokation. "Bleibt die Bahn bei ihrer sturen Haltung, so sind Streiks im Oktober unausweichlich", erklärte GDL-Chef Manfred Schell.

Die Bahn betonte, sie sei gut vorbereitet. Mit Notfallplänen könne man trotz Streik einen "eingeschränkten, aber zuverlässigen Fahrplan" anbieten, versprach Personalvorstand Margret Suckale. Die Friedenspflicht endet am 30. September, also in der Nacht zu Montag. Zu den Einigungschancen sagte Suckale: "Wir müssen den Streik vermeiden, wir fürchten ihn aber nicht."

Um Bewegung in den festgefahrenen Konflikt zu bringen, hatte die Bahn ihre bisherige Offerte, die Löhne um 4,5 Prozent zu erhöhen, aufgestockt. Hinzu kommen könnten weitere 2,5 Prozent, wenn im Gegenzug die Wochenarbeitszeit um eine Stunde auf dann 40 Stunden verlängert wird, sagte Suckale. Wenn die GDL sogar zwei Stunden Mehrarbeit pro Woche zustimme, sei auch ein zusätzliches Tarifplus von fünf Prozent möglich, was sich zusammen mit dem Grundangebot von 4,5 Prozent auf ein Lohnplus von 9,5 Prozent summieren würde.

Die GDL lehnte weitere Tarifverhandlungen auf Basis dieser Offerte rundheraus ab. "Schließlich sieht dieses Angebot weder einen eigenständigen Tarifvertrag noch deutliche Verbesserungen in Arbeitszeit- und Entgeltfragen vor", erklärte Schell. Zudem verabschiede sich die Bahn gänzlich von dem, was sie im Moderatorenverfahren vereinbart habe. So lehne es der Konzern nun ab, mit der GDL über einen eigenständigen Tarifvertrag für Lokomotivführer zu verhandeln und diesen abzuschließen.

Suckale zeigte sich persönlich enttäuscht und verärgert über das Verhalten der GDL. Nach ihrem Eindruck mangele es der GDL am Willen zu einer Einigung, sagte sie. "Wir sind in sehr großer Sorge, dass wir nicht weiterkommen."

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