Test

Oliven: Geschwärzt oder gereift?

München - Nicht jede dunkle Olive ist sonnengereift. Viele sind eingefärbt. Die Stiftung Warentest hat 20 Oliven getestet. Neun schnitten im Test gut ab – darunter zwei Bio-Produkte. Die Früchte eines Discounters wurden dagegen mit „mangelhaft“ bewertet.

Nicht jede dunkle Olive ist sonnengereift. Viele sind eingefärbt. Die Stiftung Warentest hat 20 Oliven getestet. Neun schnitten im Test gut ab – darunter zwei Bio-Produkte. Die Früchte eines Discounters wurden dagegen mit „mangelhaft“ bewertet.

Oliven sind sonnenverwöhnte Früchte. Sie wachsen hauptsächlich im mediterranen Klima. Je länger sie am Olivenbaum hängen, umso dunkler werden sie. Doch nicht alle schwarzen Oliven, die Supermärkte anbieten, sind unter der Sonne gereift. Es ist erlaubt, grüne, unreife Oliven zu färben und sie als schwarze Oliven zu verkaufen.

Die Stiftung Warentest hat je zehn Produkte geschwärzte und natürlich gereifte Oliven geprüft. Das Ergebnis, nachzulesen in der Juli-Ausgabe der Zeitschrift „test“: Die am Baum gereiften Früchte sind im Schnitt teurer als die gefärbten und schneiden im Test etwas besser ab: sechs wurden mit der Note „gut“ bewertet, vier mit „befriedigend“. Bei den Geschwärzten heißt es dreimal „gut“, fünfmal „befriedigend“, einmal „ausreichend“, einmal „mangelhaft“.

Dreimal „sehr gut“ für den Geschmack

Dreimal vergeben die Tester die Bestnote „sehr gut“ für Geruch, Geschmack und Aussehen – nur für sonnengereifte Früchte. Neben den Bioprodukten von Alnatura und Rapunzel (Alnatura Bio Kalamon Oliven in Lake für 1,51 Euro und Rapunzel Bio Kalamata Oliven in Öl für 2,86 Euro je 100 Gramm) schmecken auch die teuersten Oliven im Test der Marke Roi (Roi Schwarze Oliven in Öl für 7,70 Euro je 100 Gramm) besonders aromatisch. Alle drei schneiden auch insgesamt am besten ab.

Bei den gereiften, trockenen Oliven liegen Kattus (1,49 Euro je 1000 Gramm) vorn. Auch das Feld der geschwärzten Oliven führt Kattus (1,49 Euro je 100 Gramm) an, gemeinsam mit Lidl/Baresa (49 Cent je 1200 Gramm).

Unreif geerntete Früchte schmecken zwar nach Olive, ihnen fehlt aber die aromatische Note gereifter Früchte. Bei einigen geschwärzten Früchten im Test ist die Olivennote gering ausgeprägt. Die Tester beschrieben sie als aromaarm. Kein Genuss sind die geschwärzten Oliven von Netto Marken-Discount (0,59 Euro je 100 Gramm). Sie schmecken nach verbranntem Kunststoff. Dafür ernten sie die Note „mangelhaft“.

Um grüne Oliven schwarz aussehen zu lassen, können Hersteller zwei Zusatzstoffe einsetzen: Eisen-II-Gluconat (E 579) und Eisen-IILactat (E 585). Das erlaubt die europäische Zusatzstoffverordnung. Die zugelassene Höchstmenge von 150 Milligramm je Kilo wurde bei allen Produkten eingehalten. Die beiden Eisensalze sind gesundheitlich unbedenklich. In Verbindung mit Sauerstoff lösen sie eine Oxidationsreaktion aus, die die Oliven schwarz einfärbt. Eisen-II-Gluconat und -Lactat gelten deshalb nicht als Farbstoffe, sondern als (Farb-)Stabilisatoren.

Dass schwarze Oliven geschwärzt sein können, wissen viele Verbraucher nicht. Grund ist die intransparente Kennzeichnung. Während der Hinweis „geschwärzt“ bei lose verkauften Oliven Pflicht ist, darf er bei Oliven in Glas oder Dose fehlen. Auf dem Etikett muss nur der Stabilisator in der Zutatenliste aufgeführt sein. Zwei der zehn Anbieter geschwärzter Oliven im Test verzichten auf den Hinweis „geschwärzt“. „Ausreichend“ lautet die Note für die Deklaration ihrer Produkte. Meist findet sich der freiwillige Hinweis „geschwärzt“ erst auf der Rückseite der Verpackungen. Nur drei Anbieter bekennen Farbe verbraucherfreundlich vorn auf dem Etikett.

In zwei Produkten trockener Oliven haben die Prüfer den Weichmacher DEHP nachgewiesen. Der Schadstoff kann die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen. Die Mengen waren aber sehr gering. Wie er in die Früchte übergegangen ist, bleibt offen. Die Analyse der Deckeldichtungen ergab keinen Hinweis. Erfreulich: Rückstände von Pestiziden waren bei keinem Produkt im Test ein Problem.

Rubriklistenbild: © dpa

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