Olympus-Spitze zum Rückzug bereit

Tokio - Showdown in Tokio: Der geschasste Olympus-Chef Michael Woodford traf erstmals seit Ausbruch des Bilanzskandals auf seine früheren Kollegen im Verwaltungsrat. Die Affäre wird weitreichende Konsequenzen haben.

Nach dem Bilanzskandal bei Olympus steht ein Neuanfang bevor: Die Firmenspitze des japanischen Kamera-Herstellers will sich zurückziehen, wenn sie die Krise in Griff bekommen hat. Der aktuelle Olympus-Chef Shuichi Takayama nannte dafür aber in einer Erklärung keinen Zeitraum. Als erstes muss er dafür sorgen, dass der Konzern bis zum 14. Dezember die verzögerte Bilanz für das Ende September abgeschlossene erste Geschäftshalbjahr nachreicht. Sonst wird Olympus automatisch von der Tokioter Börse verbannt.

Am Freitag traf der geschasste Olympus-Chef Michael Woodford bei einer Sitzung des Verwaltungsrates erstmals wieder auf seine früheren Kollegen. Woodford hatte den Bilanzskandal aufgedeckt, weil er nach seiner Entlassung Mitte Oktober an die Medien ging. Nach wochenlangen Dementis musste Olympus schließlich einräumen, dass Verluste in Höhe von umgerechnet mindestens mehreren hundert Millionen Euro mit Hilfe von Übernahmen verschleiert worden waren. Das ganze Ausmaß des Bilanzbetrugs ist immer noch unklar.

Die Atmosphäre bei dem Treffen sei angespannt, aber höflich gewesen, sagte Woodford nach dem Treffen vor Journalisten in Tokio. Er habe keine Entschuldigung für die Entlassung gehört. Seine Rückkehr an die Firmenspitze, die einige Anteilseigner fordern, sei kein Thema gewesen. Woodford sagte, er sei gefeuert worden, weil er zu viele Fragen zu den Übernahmen gestellt habe, Olympus spricht dagegen von Management-Differenzen. Auch nach der Entlassung blieb der Brite Woodford Mitglied des Verwaltungsrates. Drei frühere Top-Manager, die als Hauptverantwortliche für den Bilanzbetrug gelten, zogen sich hingegen am Donnerstag aus dem Verwaltungsrat zurück. Darunter ist auch Firmenpatriarch Tsuyoshi Kikukawa.

dpa

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