Was Online-Diäten taugen

Das neue Jahr ist noch nicht alt und die guten Vorsätze noch frisch. Einer der Dauerbrenner: abnehmen. In der Gruppe geht das leichter als allein, doch nicht jeder hat Zeit für die regelmäßigen Treffen. Stiftung Warentest hat deshalb Online-Diäten untersucht.

Optimistisch sind sie alle: „Hungern und Jo-Jo-Effekt sind Schnee von gestern“, „Abnehmen mit Spaß-Garantie“ oder „Zum Abnehmen braucht es kein Wunder – sondern ein gutes Programm“, heißt es auf den Internetseiten der Online-Diäten. Doch kann man wirklich am Computer abnehmen? Die Stiftung Warentest untersucht in ihrem aktuellen Test-Heft zehn Diäten, bei denen die Teilnehmer über das Internet beim Abnehmen unterstützt werden.

Dabei ersetzen die Internetportale regelmäßige Treffen einer Diät-Gruppe. Hier gibt es meist Ernährungs- und Bewegungstipps, Foren, um sich mit anderen Teilnehmern auszutauschen, und im besten Fall individuellen Rat von Experten. Außerdem werden in regelmäßigen Abständen Gewicht und Erfolg abgefragt.

Die Ergebnisse sind durchaus überraschend. Das wohl bekannteste Portal von Weight Watchers schafft es im Test nur ins Mittelfeld. Vorne dabei ist hingegen der einzige kostenlose Diät-Begleiter von der Apotheken Umschau „Gesund abnehmen“. Er erhielt insgesamt das Testurteil „gut“. Auch das Portal „eBalance“ und der „Abnehmcoach xx-well.com“ erhielten diese Note. Die Teilnahme an diesen beiden Angeboten kostet allerdings für drei Monate 36 beziehungsweise 29,90 Euro.

Teuer, im Test aber nur „ausreichend“ waren die Diät-Programme „Logi-online“ und „Slimcoach“. Bei „Logi-online“ bemängelten die Tester unter anderem auch falsche Aussagen wie: „Kohlenhydrate machen krank“. Auch das Programm „Aiqum“ fiel mit der Aussage „Cellulite kann gesundheitsgefährdend sein“ negativ auf. Keines der Programme erkannte zudem alle Risikotypen, die die Tester ins Rennen geschickt hatten. Die Tester gaben an, in sieben für Diäten typischen Lebenssituationen zu stecken. Doch längst nicht jede dieser fiktiven Personen sollte auch zu einer Online-Diät zugelassen werden. So wird eine Probandin während der Diät schwanger, eine verfällt in eine Bulimie. Hier hätten die Programme die Teilnahme abbrechen oder gar nicht erst zulassen sollen. Trotzdem habe sich keines der Programme als komplett ungeeignet erwiesen, so das Fazit der Stiftung Warentest.

Ob man tatsächlich mit den Diäthelfern im Internet abnimmt, probierten die Tester allerdings gar nicht. Denn die fiktiven Teilnehmer versuchten nur zum Schein Kilos zu verlieren. Bei „fast allen Portalen ist ein Gewichtsverlust wahrscheinlich“, schreiben die Tester. Ihnen ging es bei ihrer Untersuchung eher um die praktische Umsetzung der Diät-Tipps. Lediglich das Portal „5plus2“ sei wohl eher nicht zur Gewichtabnahme, sondern zur Vorbeugung überflüssiger Pfunde geeignet.

Bei vier der neun kostenpflichtigen Abnehm-Portale können sich Teilnehmer einen Teil der Beiträge von der Krankenkasse ersetzen lassen. Einige überraschen mit zusätzlichen Funktionen. So lässt sich „eBalance“ auch von unterwegs über ein Smartphone nutzen, bei „Vida Vida“ kann man per Kurznachricht Essensvorschläge aufs Handy bekommen, wenn man sich in einer Filiale ausgewählter Restaurantketten befindet.

Philiipp Vetter

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