Online-Banking: So schützen Sie sich gegen neue Betrugsmethoden

- Online-Banking wird immer beliebter - nicht nur bei Kunden, sondern auch bei Kriminellen. Laut Bundesverband deutscher Banken wickeln inzwischen vier von zehn deutschen Bankkunden zumindest die Standard-Bankgeschäfte online ab. Mit verschiedenen Techniken kann man sich dabei vor Betrügern schützen.

Betrugsmethoden

Bankkunden sollen durch so genannte Phishing-E-Mails übertölpelt werden. Dabei werden Bank-Schreiben nachgeahmt und per E-Mail versendet, um die Kunden zur Preisgabe ihrer Geheimnummern zu bringen. "Ein Abflauen dieser Betrugsmasche ist nicht zu beobachten", sagt Verbandssprecherin Kerstin Altendorf. Doch die Entwicklung geht bereits weiter.

Inzwischen sei aus dem Baltikum ein erster Fall gemeldet worden, bei dem ein Hacker die Online-Banking-Sitzung eines Bankkunden übernehmen und selbst Überweisungen tätigen konnte. Gegen solche Attacken gebe es derzeit keinen wirkungsvollen Schutz, sagt Martha Bennett von Forrester Research.

Neben bösartiger Software, die Tastatureingaben aufzeichnet und auf diese Weise Geheimnummern ausspioniert, gibt es jetzt auch Programme, mit denen sich die Bewegungen des Mauszeigers auf dem Bildschirm verfolgen lassen. Damit haben die Kriminellen auf die so genannten virtuellen Tastaturen reagiert, mit denen einige Institute ihren Nutzern ermöglichen, Geheimzahlen ohne Tastatur einzugeben.

Im Gegensatz zum Kreditkartenbetrug halten sich aber die Schäden bei Online-Banking bisher in Grenzen. Zudem wurden geprellte Kunden bislang von den Banken entschädigt. "Mir ist kein Fall bekannt, bei dem Kunden auf ihren Schäden sitzen geblieben sind", sagt Altendorf.

Abwehrmaßnahmen

 PIN/TAN-Verfahren: Die Postbank hat inzwischen auf ein System umgestellt, bei dem der Kunde die für einen Online-Banking-Auftrag erforderliche Transaktionsnummer (TAN) nicht mehr selbst auswählen kann, sondern die TAN von der Bank vorgegeben wird. Manche Experten halten das von den meisten Banken und Kunden wegen seiner Einfachheit bevorzugte PIN/TAN-Verfahren für eine Gefahrenquelle, weil viele Attacken darauf zielen, den Kunden auf falsche Seiten zu locken, wo sie dann ihre Daten preisgeben. Daher ist es so wichtig, genau zu prüfen, ob man auch tatsächlich auf der Internet-Seite seiner Bank ist.

 HBCI-Verfahren: Bei diesem Verfahren ist es nicht möglich, dass der Bankkunde auf eine gefälschte Seite gelangt, weil er nicht übers Internet geht. Bei HBCI nutzt er eine von der Bank gestellte, eigene Banking-Software. Die Geheimnummern sind auf einer Chipkarte gespeichert, die er bei jeder Transaktion durch ein Lesegerät zieht. Die Banken stellen die Zusatz-Hardware sowie die Chipkarte zur Verfügung und berechnen meist dafür den - nicht sehr hohen - Anschaffungspreis. Man kann bei seiner Bank nachfragen, ob sie dieses Verfahren anbietet.

 Schutzprogramme: Unabhängig davon, welche Wege der Kunde für Bankgeschäfte am Computer nutzt, sollte er immer geeignete und aktualisierte Schutzprogramme installieren. Eine regelmäßige Erneuerung der Antiviren-Software ist für Online-Banker dringend geboten. Es gibt neue E-Mail-Software, die Phishing-Mails identifizieren und von vornherein abweisen. Auch für Web-Browser gibt es inzwischen Erweiterungen, so genannte Add-ons, die beim versehentlichen Besuch einer gefälschten Webseite Warnungen aussenden.

 Elektronische Signatur: Noch in der Erprobungsphase ist die elektronische Signatur. Wie beim HBCI-Verfahren bekommt der Kunde ein Lesegerät mit Chipkarte. Zuvor muss er sich in einem mehrstufigen Verfahren identifizieren lassen und erhält darüber ein Zertifikat. Mit der "virtuellen Unterschrift" sollen vertrauliche Informationen über verschlüsselte E-Mails verschickt werden können. Die elektronische Signatur wird rechtlich einer handschriftlichen Unterschrift gleichgestellt. Seit Mitte Oktober testet die Stadtsparkasse München mit 100 Kunden dieses System und will es Anfang 2006 allen Kunden anbieten.

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