Opec dreht Ölhahn auf - und Preise sinken nicht

- Frankfurt - Die Opec dreht den Ölhahn wieder etwas auf. Die vereinbarte Anhebung der täglichen Produktion um zwei Millionen Barrel bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass sich die Verbraucher auf fallende Ölpreise freuen dürfen. Und auf sinkende Benzinpreise schon gar nicht. Einen einfachen Automatismus gibt es in der Welt des "schwarzen Goldes" nämlich nicht.

<P>Der Mineralölwirtschaftsverband rechnet nicht mit einem drastischen Preisrutsch nach dem Opec-Beschluss. "Die Entscheidung der Opec war ja erwartet worden und trotzdem bleiben die Preise hoch", erläuterte MWV-Sprecherin Barbara Meyer-Bukow. Sie erinnerte daran, dass für die derzeitigen hohen Preise vor allem psychologische Effekte wichtig seien: "Es gibt genug Rohöl, der Preis liegt eher an psychologischen Faktoren", sagte sie.<BR><BR>Es sind vor allem zwei Einflüsse, die nach allgemeiner Einschätzung der Experten derzeit die Marktlage bestimmen: die politische Unsicherheit in Nahost und die damit verbundene Angst vor neuen Anschlägen sowie der große Öl- und Benzindurst vor allem in China und den USA. An diesen Faktoren wird sich auch in nächster Zeit nichts ändern - Opec hin oder her. </P><P align=center></P><P><BR>An den Börsen gebe es derzeit Befürchtungen, dass die Förderkapazitäten in den nächsten Monaten nicht ausreichen könnten, um diesen steigenden Bedarf zu decken, insbesondere, wenn es weiterhin Schwierigkeiten im Nahen Osten gebe, sagte Meyer-Bukow dem WDR-Hörfunk. Zudem gebe es relativ geringe Förderkapazitäten. Der Grund: Die Ölpreise seien in den 90er-Jahren so niedrig gewesen, dass nicht in zusätzliche Produktionsanlagen investiert worden sei.<BR><BR>Der Chefvolkswirt des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHT), Axel Nitschke, äußerte die Erwartung, dass der Ölpreis nach Anhebung der Opec-Förderquoten sich wieder Richtung 30 Dollar bewegen könne, wenn die "derzeitige Hysterie in puncto Terrorgefahr" etwas nachlasse. Der hohe Ölpreis sei auf das Risiko von Anschlägen und die gestiegene Nachfrage dank einer brummenden Weltwirtschaft zurückzuführen, sagte er dem Deutschlandfunk. "Wir müssen aber sehen, dass die Steigerung des Ölpreises bei weitem noch nicht so stark ausgefallen ist, wie das in den 70er-Jahren der Fall war, insofern kann man noch nicht von einem richtigen Schock für die Wirtschaft sprechen."<BR><BR>Der derzeitige hohe Ölpreis ist nach Ansicht des Chefvolkswirts der Düsseldorfer West LB, Ulrich Hombrecher, "lediglich Sand im Getriebe, aber kein Felsbrocken, der das Getriebe zum Knirschen bringt". <BR><BR></P>

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