Opec-Länder wollen durch höhere Öl-Fördermenge Preise senken

- Beirut/Hamburg - Angesichts des Rekord-Ölpreises von über 42 Dollar pro Barrel macht sich Saudi-Arabien für eine kräftige Erhöhung der Ölförderung stark. Der saudiarabische Ölminister Ali Naimi erklärte, er werde sich auf der heute in Beirut beginnenden Opec-Konferenz für eine Anhebung der Förderquoten um elf Prozent einsetzen. Damit folge man den Bedürfnissen des Marktes, betonte er.

<P>An der New Yorker Terminbörse gerieten daraufhin die Rohölpreise wieder etwas ins Rutschen. Zwar haben sich Venezuela und andere Opec-Mitglieder gegen eine Ausweitung der Ölförderung gewandt. Doch gilt es nach dem Terroranschlag im saudi-arabischen Ölzentrum Chobar am vergangenen Wochenende als unwahrscheinlich, dass sie sich auf der Konferenz durchsetzen können.<BR><BR>Auch der indonesische Ölminister und Opec-Präsident, Purnomo Yusgiantoro, sprach sich für eine Steigerung bei den Fördermengen aus, die einen "wirklich deutlichen Eindruck" auf die Preise hinterlässt.<BR><BR>Neben Saudi-Arabien kündigten auch die Vereinigten Arabischen Emirate die Erhöhung ihrer Fördermenge an. Zur Abkühlung der Preise würden die Emirate ihre Produktion um 400 000 Barrel pro Tag erhöhen, sagte Ölminister Obaid bin Saif el Nasseri. Die Quote der Emirate beläuft sich bislang auf 2,051 Millionen Barrel pro Tag. Die Opec-Staaten produzieren mehr als ein Drittel des Erdöls auf der Welt. Opec-Präsident Purnomo verwies darauf, dass die Fördermenge jetzt schon über der festgelegten Quote liege und dass viele Länder am Rande ihrer Möglichkeiten pumpten. Die Opec nutze derzeit 88 Prozent ihrer Förderhöchstmenge. Die größten ungenutzten Möglichkeiten habe Saudi-Arabien. Angesichts der hohen Benzinpreise in Deutschland beklagt die Mineralölbranche erhebliche Umsatzrückgänge und eine drastische Zunahme des Tank-Tourismus ins benachbarte Ausland. Der Deutschland-Chef des Mineralölkonzerns Total, Thierry Pflimlin, sagte: "Schon bisher sind viele Bewohner grenznaher Regionen zum Tanken nach Luxemburg, nach Österreich, nach Polen oder Tschechien gefahren." Der Umsatzrückgang betrage an einigen Tankstellen bis zu einem Drittel. Für die hohen Benzinpreise in Deutschland machte Pflimlin insbesondere die hohen Steuern von über 70 Prozent verantwortlich. <BR><BR>Auch die Amerikaner stöhnen über die Benzinpreise. Mit über zwei Dollar pro Gallone (knapp 3,8 Liter) hat der durchschnittliche Benzinpreis in dieser Woche für die US-Bürger geradezu unvorstellbare Höhen erreicht. Doch auch auf diesem Rekordniveau bezahlt man auf der anderen Seite des Atlantiks nur knapp 43 Eurocent pro Liter. Hauptgrund für den günstigen Benzinpreis liegt in der niedrigen Steuerbelastung in den USA. <BR><BR>Der Umstand, dass die meisten Fahrzeuge auf Amerikas Straßen - vor allem die beliebten Geländewagen - eher durstig als sparsam sind, macht sich nun bemerkbar. Die Leute haben ihr Verhalten aber noch nicht geändert, sagte Pam Maiolo vom US-Automobilclub AAA.<BR></P>

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