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Die Entscheidung zu Opels Zukunft naht.

Opel-Angebote werden geprüft

Berlin - Im Übernahmekampf um den Autobauer Opel prüfen der US-Konzern General Motors und die Bundesregierung die vorliegenden drei Angebote.

Die Angebote seien bei der zuständigen interministeriellen Task Force eingetroffen, sagte ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums am Dienstag in Berlin. Unterdessen wurde bekannt, dass der Bund und seine Behörden immer seltener Opel fahren.

Nach Einschätzung des Autoexperten Stefan Bratzel hat der Finanzinvestor RHJ die besten Chancen, Opel zu übernehmen. “Es scheint mir so zu sein, dass GM eben sehr viel stärker RHJ im Vorteil sieht, aus Eigeninteresse heraus“, sagte Bratzel im ZDF-Morgenmagazin. Es sei für General Motors einfach, Opel in einigen Jahren von einem Finanzinvestor zurückzukaufen.

Magna sei im Bieterkampf um Opel dagegen politisch geschickter vorgegangen als die anderen Investoren. So habe der kanadische Zulieferer frühzeitig mit den Ministerpräsidenten der Opel-Länder und den Opel-Betriebsräten gesprochen. Nach Informationen aus Regierungskreisen treffen sich Vertreter von GM und der Bundesregierung am Mittwoch im Kanzleramt, um über die jüngsten Angebote des chinesischen Autoherstellers BAIC, des belgischen Finanzinvestors RHJ und des kanadischen Zulieferers Magna zu beraten.

Keine Entscheidungen zu erwarten

Von dem Informationstreffen seien keine Entscheidungen zu erwarten, hieß es. Die drei Unternehmen hatten zum Ablauf der Bieterfrist am Montag ihre Angebote bei GM Europa in Zürich abgegeben. Nach den zuletzt bekannt gewordenen Konzepten will BAIC bei einer Opel-Übernahme 7.584 Arbeitsplätzen in Europa abbauen. Magna plant den Abbau von 11.600 und RHJ die Streichung von europaweit 9.900 Stellen. Magna will nach eigener Darstellung alle Werke erhalten. BAIC und RHJ wollen das Opel-Werk Antwerpen endgültig und das Werk in Eisenach für zwei Jahre schließen.

Im Fall einer Übernahme plant BAIC mit staatlichen Kreditgarantien in Höhe von 2,64 Milliarden Euro, Magna mit 4,5 und RHJ mit 3,8 Milliarden Euro. Zwtl: Nur noch drei Opel im Fuhrpark Der Bund hat seine Fahrzeugbestellungen bei Opel in den vergangenen Jahren deutlich zurückgefahren. Das Volumen sank von 56,6 Millionen Euro im Jahr 2006 über 31,5 Millionen Euro im Jahr 2007 auf 14,7 Millionen Euro im vergangenen Jahr. Dies geht aus einer Antwort auf eine Anfrage des FDP-Bundestagsabgeordneten Paul Friedhoff hervor, die AP am Dienstag vorlag.

Allein das Verteidigungsministerium als größter Auftraggeber reduzierte seine Bestellungen von 46,4 Millionen Euro in 2006 auf 8,6 Millionen im vergangenen Jahr. Es sei “zynisch, Unternehmen mit Konjunkturprogrammen, Abwrackprämie und Notkrediten zu dopen, andererseits aber die eigenen Investitionen bei Opel über Gebühr zu kürzen“, sagte Friedhoff der “Rheinischen Post“. Zu Beginn dieser Legislaturperiode gab es in den Bundesministerien lediglich sechs Dienstkraftfahrzeuge der Marke Opel, wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage des FDP-Abgeordneten Volker Wissing hervorgeht. Aktuell gibt es im 300 Fahrzeuge starken Fuhrpark der Ministerien nur noch drei Opel.

AP

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