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Der Poker um Opel dauert an.

Opel-Beirat fordert mehr Flexibilität von Deutschland und USA

Frankfurt/Main - Im Streit über die Zukunft des Autobauers Opel hat der Präsident der US-Handelskammer in Deutschland, Fred Irwin, mehr Flexibilität aller Beteiligten gefordert.

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“Für eine gute Lösung brauchen wir keinen Streit zwischen Deutschland und Amerika“, sagte Irwin der “Bild“-Zeitung laut Vorabmeldung. Er sitzt als neutrales Mitglied im Beirat der Opel-Treuhandgesellschaft. Irwin sprach sich zudem dagegen aus, Druck auf die Regierung in Washington auszuüben, die die Mehrheit am Opel-Mutterkonzern General Motors hält. GM werde völlig unabhängig entscheiden, wurde er zitiert.

Während die Bundesregierung den kanadischen Zulieferer Magna bevorzugt, sieht GM den Investor RHJ vorn. Beide legten nach eigenen Aussagen unterschriftsreife Verträge vor. Die Thüringer Landesregierung warf GM vor, die Entscheidung bis nach der Bundestagswahl zu verzögern, um den Wunschkäufer durchzusetzen. “Offenbar rechnet man sich in Detroit aus, dass RHJI leichter durchzusetzen ist, wenn es nach der Bundestagswahl eine neue politische Konstellation gibt“, sagte Landeswirtschaftsminister Jürgen Reinholz der “Berliner Zeitung“.

Der CDU-Politiker wies die Darstellung zurück, dass GM noch Informationen fehlten. “Das ist völliger Quatsch“, sagte Reinholz. “Sie haben von uns alles bekommen, was sie brauchen. Ich vermute, das ist eine Ausrede, um Zeit zu schinden.“ Der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen warf unterdessen der Bundesregierung schwere Fehler vor. Opel sei “nie Chefsache“ gewesen, sagte der Professor den Dortmunder “Ruhr Nachrichten“. “Es gab keine klare Strategie der Bundesregierung.“ Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg habe im Alleingang entschieden und dabei nicht glücklich agiert. “Sein Gerede von einer Insolvenz hat die Amerikaner geradezu zu ihrem taktischen Spiel animiert.“

Merkel soll Obama anrufen

Das Verhalten von GM sei ein Affront, wurde Dudenhöffer zitiert. “Die GM-Führung und der Verwaltungsrat führen die Bundesregierung vor.“ Nun müsse sich die Bundeskanzlerin des Themas annehmen: “Es wird Zeit, dass Frau Merkel den amerikanischen Präsidenten anruft. Die Bundesregierung muss endlich bei Opel mit einer Stimme sprechen und sollte sich dieses Katz-und-Maus-Spiel nicht bieten lassen“, sagte Dudenhöffer dem Blatt.

Der Autoexperte Willi Diez zweifelt an, ob GM Interesse an einem Opel-Verkauf hat. “Die Haltung, alles abzustoßen gibt es bei GM nicht mehr“, sagte Diez der “Berliner Zeitung“. “Man denkt wieder langfristig, und da ist Opel und das europäische Geschäft ein wichtiger Faktor.“ Ende## AP

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