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Keine Einigung in Sicht bei Opel.

Keine Strategie zur Sanierung in Sicht

Opel-Beschäftigte müssen weiter zittern

Frankfurt - Wieder gibt es keine Gewissheit für die Opel-Beschäftigten. Auch am Freitag wurde kein gemeinsamer Weg für eine Sanierung des kriselnden Autobauers gefunden. Die Zeit läuft.

Das Zittern in den deutschen Opel-Werken geht weiter. Nach monatelangen Verhandlungen konnten sich Geschäftsführung und Arbeitnehmer nach Gewerkschaftsangaben noch nicht auf eine gemeinsame Strategie zur Sanierung des kriselnden Herstellers einigen. „Wir brauchen schlicht noch mehr Zeit und wollen eine gute Einigung nicht durch Zeitdruck gefährden“, teilte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Wolfgang Schäfer-Klug mit. Ziel sei, so bald wie möglich zu einer Vereinbarung zu kommen.

Ein Knackpunkt bei der Auseinandersetzung: Um Kosten zu drücken und Überkapazitäten abzubauen, will das Opel-Management ein Werk schließen. Wackelkandidat Nummer eins ist der Standort Bochum. Doch das haben Gewerkschaft und Betriebsrat bisher vehement abgelehnt.

„Ziel ist eine Vereinbarung die die Schwächephase des europäischen Automobilmarktes überbrückt und dabei Beschäftigung an allen Standorten langfristig sichert“, teilte IG-Metall-Chef Berthold Huber mit.

Während bei Opel seit Monaten verhandelt wird, hat Konkurrent Ford Fakten geschaffen: Der Hersteller will in Europa mehr als 6000 Jobs abbauen, vor allem im belgischen Genk sowie in Großbritannien, wo Werke komplett oder in Teilen geschlossen werden sollen.

Bei Opel hatten die Arbeitnehmer eine Einigung bis Ende Oktober angestrebt. Bis dahin ist die Stundung der Tariferhöhung von 4,3 Prozent befristet. Danach müsste das Unternehmen die Belegschaft auf einen Schlag nachträglich auszahlen. Dabei soll es um rund 15 Millionen Euro gehen.

IG Metall und Opel-Betriebsrat warfen dem Management der Adam Opel AG vor, die Gespräche zu blockieren, ohne ein eigenes Konzept vorzulegen. Schon vor einigen Tagen hatten sie der Geschäftsführung um Interims-Chef Thomas Sedran vorgeworfen, nur „beschränkt geschäftsfähig“ zu sein.

Nach geltenden Verträgen sind die vier deutschen Opel-Werke bis 2014 sicher, bis dahin sind auch betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen. Das Unternehmen war im Juni mit dem Angebot in die Verhandlungen gegangen, seine Zusage um zwei Jahre zu verlängern - danach aber mit dem Auslaufen der aktuellen Zafira-Generation möglicherweise keine weiteren Modelle mehr in Bochum vom Band laufen zu lassen.

Im Gegenzug sollte über Kostensenkungen und ein Wachstumskonzept bis 2022 diskutiert werden, das neben neuen Modellen und Motoren auch etwa die Fertigung markenfremder Modelle wie Chevrolets in den Opel-Werken vorsieht. Betriebsrat und Gewerkschaft fordern hingegen Zusagen zu Standorten und Beschäftigung über 2016 hinaus.

Opel leidet unter der Absatzkrise ein Europa und kämpft mit teuren Überkapazitäten. Der Autobauer häuft seit Jahren Verluste an und muss dringend die Kosten drücken.

dpa

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