Opel-Betriebsrat stellt sich gegegn RHJ

Rüsselsheim - Im Bieterkampf um Opel hat sich der Betriebsrat des Autobauers klar gegen eine Übernahme durch den Finanzinvestor RHJ ausgesprochen.

In einem Flugblatt an die Mitarbeiter des Standortes Rüsselsheim, das der Nachrichtenagentur AP vorliegt, warfen die Arbeitnehmervertreter dem belgischen Unternehmen vor, im Interesse des US-Konzerns General Motors zu handeln. RHJ wolle Opel nach einer Übernahme so schnell wie möglich wieder an GM zurück verkaufen. “Mit einer Entscheidung für RHJ könnte GM das Ziel realisieren, alles beim Alten zu lassen“, kritisierte der Betriebsrat: “Mit diesem 'Weiter so' wird das Unternehmen endgültig scheitern.“ Denn GM wolle Opel keine Möglichkeit geben, eigenständig Fahrzeuge zu entwickeln.

Erneut sprachen sich die Arbeitnehmervertreter für Magna als neuen Opel-Eigner aus. Mit dem kanadischen Zulieferer gebe es bereits Gespräche über Einschnitte bei den Beschäftigten: “Über die konkreten Pläne der anderen Bieter in Bezug auf deren Forderungen an die Beschäftigten wissen wir außer Personalabbauzahlen so gut wie nichts.“ Werde Magna abgelehnt und einige sich kein anderer Bieter mit General Motors , stehe Opel in wenigen Monaten wieder vor der Insolvenz.

Der Betriebsrat warnte vor einem “heißen Herbst“ bei Opel . Auch wenn die Übernahmeverhandlungen mit einem neuen Investor erfolgreich verliefen, müsse im Herbst über die Ausgestaltung der neuen Opel AG verhandelt werden. Dann müssten auch die Beiträge der Arbeitnehmer zu möglichen Einsparungen festgeschrieben werden.

“Täglich mit Munition versorgt“

Unterdessen griff die IG Metall Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg scharf an. “Es ist unerträglich, dass die Heckenschützen, die aus durchsichtigen Eigeninteressen den Verhandlungsprozess mit Magna torpedieren, durch das Bundeswirtschaftsministerium täglich mit Munition versorgt werden“, sagte der Frankfurter IG-Metall-Bezirksleiter und Opel-Aufsichtsrat Armin Schild der “Berliner Zeitung“.

Die Störfeuer, die täglich kämen und die Gerüchteküche aufheizten, sorgten für Irritationen, sagte der Gewerkschafter. Auch er betonte erneut, dass für die Belegschaftsvertreter der österreichisch-kanadische Autozulieferer Magna der Wunschpartner sei. Einzig und allein Magna habe bisher Sondierungsgespräche mit den Arbeitnehmervertretungen geführt, sagte Schild. 

ap

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