Opel-Betriebsrat will neue Struktur von GM-Europe verhindern

Rüsselsheim - Aus Sorge vor einer Entmachtung der Opel AG durch den Mutterkonzern General Motors (GM) beharrt der Gesamtbetriebsrat auf Zusicherung der Unabhängigkeit.

Andernfalls wollen die Arbeitnehmervertreter die Wahl des designierten Opel-Chefs Karl-Friedrich Stracke im Aufsichtsrat weiter blockieren. “Um es ganz klar zu sagen: Das hat nichts mit der Person von Herrn Stracke zu tun. Er ist absolut der Richtige für diesen Posten“, sagte Betriebsratschef Klaus Franz der Branchen- und Wirtschaftszeitung “Automobilwoche“.

Die Arbeitnehmervertreter befürchten dem Bericht zufolge jedoch, dass GM im Zuge der Neubesetzung klammheimlich die Zwischenebene GM Europe reaktiviert und so eine neue Finanzholding über die Adam Opel AG stellt. “Damit könnte man in Detroit faktisch bei Opel durchregieren“, sagte Franz.

Tatsächlich soll Stracke künftig nicht mehr direkt an GM-Chef Dan Akerson berichten, sondern nur an GM-Europe-Präsident Nick Reilly.

Opel-Betriebsrat Franz, der auch stellvertretender Aufsichtsratschef des Unternehmens ist, hatte die Abstimmung über den neuen Chef im Aufsichtsrat am 23. März platzen lassen. Nun soll die Personalie am 11. April bei einer Sondersitzung geregelt werden. Sollte es dabei zu keiner Lösung kommen, würde drei Wochen später ein Vermittlungsausschuss zusammentreten, in dem die Arbeitgeberseite das doppelte Stimmrecht hat. “Ich bin aber zuversichtlich, dass wir eine Einigung erzielen und einen neuen CEO bekommen werden“, sagte Franz der Zeitung. Ursprünglich sollte Stracke bereits am 1. April sein Amt als Nachfolger des bisherigen Opel-Chefs Reilly antreten.

dapd

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Erste Diesel-Expertengruppe nimmt die Arbeit auf
Berlin (dpa) - Drei Wochen nach dem Dieselgipfel beginnt heute die erste von vier Expertengruppen mit der Arbeit.
Erste Diesel-Expertengruppe nimmt die Arbeit auf
Ministerium: Luft bleibt nach Diesel-Updates zu schmutzig
Diesel-Fahrverbote in Städten - für viele Autobesitzer und Unternehmen wäre das ein riesiges Problem. Eine Umweltbehörde hat nachgerechnet, ob Politik und Autobranche …
Ministerium: Luft bleibt nach Diesel-Updates zu schmutzig
1710 Tonnen: Hälfte des deutschen Goldes nun in heimischen Tresoren
Frankfurt/Main - Die Deutsche Bundesbank hat die Verlagerung ihrer Goldreserven aus dem Ausland gut drei Jahre früher abgeschlossen als geplant.
1710 Tonnen: Hälfte des deutschen Goldes nun in heimischen Tresoren
Rosneft siegt mit Schadenersatzklage in Milliardenhöhe
Rosneft gehört mehrheitlich dem russischen Staat. Zuletzt sorgte die Nachricht für Diskussionen, dass Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) für einen …
Rosneft siegt mit Schadenersatzklage in Milliardenhöhe

Kommentare