Opel: Der Bund zahlt mit

- Rüsselsheim - Nach der Entscheidung über den drastischen Abbau von bis zu 10 000 Stellen beim Autobauer Opel kommen auf die verbleibenden Beschäftigten weitere Einschnitte zu. Die seit Sommer laufenden Tarifverhandlungen, die zeitweise unterbrochen waren, würden demnächst wieder aufgenommen. Gegenwärtig gebe es aber noch keinen neuen Terminplan, verlautete aus dem Unternehmen. Mittelfristig gehe es um eine Reduzierung übertariflicher Leistungen.

Angestrebt wird früheren Angaben zufolge eine Annäherung an das Niveau des Flächentarifvertrags, derzeit werden die Opel-Beschäftigten bis zu 20 Prozent über Tarif bezahlt. Die "Financial Times Deutschland" berichtete, die verbleibenden 22 000 Opel-Beschäftigten sollten auf einen großen Teil ihrer übertariflichen Leistungen verzichten und teilweise länger arbeiten, um die Standorte in Deutschland zu sichern.<BR><BR>Im kommenden Jahr soll entschieden werden, ob alle europaweit gefertigten Mittelklassewagen von GM im Opel-Stammwerk oder bei Saab im schwedischen Trollhättan gebaut werden. Nur wenn es gelingt, die Kosten zu senken, dürfte das Stammwerk nach Einschätzung von Experten eine Chance haben, den lukrativen Großauftrag zu erhalten.<BR><BR>Unterdessen kommen durch die Opel-Sanierung auf die Bundesagentur für Arbeit Millionen-Zahlungen zu. Arbeitnehmer, die in eine Beschäftigungsgesellschaft wechseln, haben maximal 12 Monate lang Anspruch auf Transfer-Kurzarbeitergeld. Dabei handelt es sich um eine Pflichtleistung, die 67 Prozent des letzten Nettoverdienstes bei Arbeitnehmern mit Kindern und 60 Prozent bei Beschäftigten ohne Kinder beträgt.<BR><BR>Nach den bisherigen Planungen sollen bis zu 6500 Opel-Arbeitnehmer in Beschäftigungsgesellschaften wechseln. Wer sich für diesen Weg entscheidet, bekommt während der Kündigungsfrist noch 100 Prozent des letzten Nettoeinkommens. Danach kann er mit 85 Prozent des letzten Nettoeinkommens rechnen. Dafür wird das Transfer-Kurzarbeitergeld von Opel entsprechend aufgestockt. Insgesamt dürften pro 1000 Mitarbeiter gut 14 Millionen Euro Transferzahlungen fällig werden.<BR>

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