Bei Opel droht Abfindungsskandal

- Bochum - Beim angeschlagenen Autobauer Opel droht ein Skandal um die angebotenen Abfindungen. "Altgediente Beschäftigte mit hohen Abfindungsansprüchen, die sich für ein freiwilliges Ausscheiden interessiert haben, sind von der Personalabteilung in Bochum vertröstet worden."

<P>Das sagte der Leiter der Personalkommission, Lothar Marquardt, am Mittwoch der dpa. Hintergrund ist nach Auffassung des Betriebsrates ein zu geringes Budget für die Abfindungen. Weitere Freiwillige würden von den Abteilungen im Werk keine Freigabe bekommen, weil sie gebraucht würden. "Die Nerven liegen blank", sagte Marquardt. Unterdessen sind die Sanierungsgespräche in dieser Woche in Rüsselsheim fortgesetzt worden. Es gebe allerdings noch keine Ergebnisse.</P><P>"Die durchschnittliche Abfindungshöhe ist mit 60 000 bis 70 000 Euro zumindest für die Bochumer Beschäftigten zu niedrig angesetzt worden", sagte Marquardt. Der durchschnittliche Anspruch liege bedeutend höher. Da müsse Europavizechef Carl-Peter Forster noch einmal beim Mutterkonzern General Motors Geld locker machen. </P><P>Forster hatte hingegen erklärt, dass die eingeplante eine Milliarde Euro nicht voll gebraucht werde. Vielmehr würden für den Abbau von 12 000 Stellen in Europa nur 800 Millionen Euro gebraucht, erklärte Forster einem Bericht der "Financial Times Deutschland" zufolge.</P><P>In den deutschen Opelwerken sollen 6500 Beschäftigte den Plänen nach freiwillig ausscheiden, 2900 davon in Bochum. Weitere 3000 Stellen sollen durch Joint Ventures oder Auslagerungen von Betriebsteilen wegfallen. "Bislang haben 2200 Mitarbeiter Interesse an Informationsgesprächen in Bochum gezeigt", sagte Marquardt. 900 seien schon beraten worden, knapp 200 hätten unterschrieben. Die Frist für die Vertragsunterzeichnung 31. Januar könne aber kaum eingehalten werden. Der Betriebsrat bemühe sich deshalb um eine Fristverlängerung.</P><P>Kommen die 2900 Beschäftigten in Bochum nicht zusammen, droht den Opelanern eine betriebsbedingte Kündigung. Dann werde nach Alter, Betriebszugehörigkeit und Familienstand entschieden. Dann würden also eher jüngere Beschäftigte entlassen, warnte Marquardt.</P>

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